Bonn: Haftstrafe für Stiefelfetischisten

Bonn: Haftstrafe für Stiefelfetischisten

Einen 42-jährigen Stiefelfetischisten hat das Bonner Landgericht unter anderem wegen Raubes und versuchten schweren Raubes zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt.

Zudem wurde die Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik angeordnet.

Der Mann, der seit früher Jugend auf Damenwäsche und Damenstiefel fixiert ist, leide unter einer gravierenden Persönlichkeitsstörung und werde zunehmend eine Gefahr für die Allgemeinheit, hieß es in der Urteilsbegründung des Gerichts am Dienstag. Seine „Sucht nach dem Fetisch” könne er nicht steuern.

Der Angeklagte hatte im Oktober 2008 und Januar 2009 zwei Frauen nachts auf den Straßen von Troisdorf überfallen, um ihre Stiefel von den Füßen zu reißen.

In einem Fall war es ihm gelungen, an das Schuhwerk einer 55-Jährigen zu kommen. Beim zweiten Raubversuch musste er ohne Beute flüchten: Die 54-Jährige, die in einem Piratenkostüm von einer Karnevalsfeier heimgekehrt war, hatte sich gegen den Räuber, der ihr ein Messer an der Hals gehalten hatte, gewehrt und geschrieen.

Bei einer Hausdurchsuchung hatten die Ermittler Hunderte von Damenstiefeln und Stiefelletten entdeckt.

Um an seinen Fetisch Stiefel zu kommen, scheue der Angeklagte immer weniger die Gewalt, stellten die Bonner Richter fest. Dabei seien ihm die Trägerinnen des Schuhwerks völlig egal.

Vor diesen beiden Raubüberfällen war der Angeklagte durch zahlreiche Diebstähle in Hausfluren, Kellern oder Dachböden an seine Beute gekommen.

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