Grünen-Chef Robert Habeck erwartet, dass der Hambacher Forst bleibt

Grünen-Chef in Würselen : Habeck erwartet, dass der Hambacher Forst bleibt

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, sichert den regionalen Protesten gegen die maroden belgischen Atommeiler die Unterstützung seiner Partei zu und erwartet, dass die Rodung des Hambacher Forsts verhindert werden kann. Das sagte der Grünen-Politiker am Rande einer Lesung in Würselen gegenüber unserer Zeitung.

„Die belgischen Atomkraftwerke sind nachgewiesenermaßen nicht sicher genug um betrieben zu werden. Ich kenne die Proteste aus der Region, ich war drei, vier Mal in Aachen in den vergangenen Jahren und kann die bundespolitische Unterstützung meiner Partei zusagen, dass mehr Druck aufgebaut wird und sie so schnell wie möglich vom Netz genommen werden“, versprach der 49-Jährige. Das sehr gute Wahlergebnis –in Aachen erreichten die Grünen 32,2 Prozent – nehme die Partei als Auftrag wahr: „Wir müssen die Erwartungen erfüllen.“ Auch der Widerstand im Hambacher Forst sei Teil einer Protestwelle, wie wir sie bei Fridays for Future gesehen haben. An den großen Protesttagen sei nicht nur der harte Kern da gewesen, sondern das halbe Rheinland, so Habeck, dessen Partei maßgeblich von den Bewegungen profitierte.

„Die Ergebnisse der Kohlekommission könnten ehrgeiziger sein, aber eine gute Nachricht ist, dass der Hambacher Forst auch aus deren Sicht nicht mehr gerodet werden muss und ich gehe davon aus, dass wenn die Bundesregierung sagt, sie setzt die Ergebnisse um, dass der Forst nicht gerodet wird“, unterstrich der Spitzenpolitiker. Im Europaparlament wollen die Grünen nach dem Ende der Mehrheit der zwei großen Fraktionen nun stärker Akzente setzen und auf Bundesebene durch „eine kluge Oppositionsarbeit die Regierung treiben“. Aber das Ziel sei früher oder später Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Auch den Strukturwandel, wie er im Aachener Raum zu sehen ist, wollen Habeck und die Grünen mit den Wahlergebnissen im Rücken entscheidend mitbestimmen. „Für die Region hier ist es natürlich ein immenses Problem, dass Beschäftigung und Arbeitgeber wegfallen. Ich komme aber aus einer ländlichen Region, die auf allen Ebenen Strukturwandel erlebt hat und wenn man sich auf die neuen Wertschöpfungsketten einlässt – das können erneuerbare Energie oder neue Batteriesysteme sein – dann können auch Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen“, führte er aus.

„Die Annahme, es gebe eine Alternative, dass die Braunkohle ewig weiterlaufen könnte, die geht fehl. Wir müssen raus aus der Braunkohle, wenn wir eine Chance haben wollen, die Klimaschutzvorgaben einzuhalten. Da geht es für mich nur um das Wie und nicht um das Ob!“

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