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Aachen: Grube-Brüder starten für ARD und ZDF

Aachen : Grube-Brüder starten für ARD und ZDF

„Mit dem Zweiten sieht man besser”: Den Werbeslogan des Zweiten Deutschen Fernsehens darf man hier als buchstäblichen Fingerzeig auf ein Aachener Brüdergespann verstehen. Peter und Volker Grube - der eine 38, der andere 50 Jahre alt - sind Sportreporter mit Leib und Seele.

Ihre Stimmen kennt der interessierte TV-Zuschauer, genauso wie ihre Konterfeis. Diese Woche jetten beide Richtung China, um von dort über die Olympischen Spiele zu berichten.

Und als ob dies nicht schon außergewöhnlich genug wäre, gibt´s noch eine Besonderheit oben drauf: Peter kommentiert für die ARD, Volker interviewt fürs ZDF.

Aber nicht nur deshalb liegt der gemeinsame Feierabend liegt allerdings auch vor Ort in weiter Ferne. Peter arbeitet in Peking, Volker in Hongkong.

Bei einem der seltenen Treffen der fast pausenlos rund um den Erdball reisenden Sportreporter, gönnten sich die Brüder jetzt im Dreiländereck eine gemeinsame Runde Golf im Club Mergelland.

Einziges Handicap: Golf ist nicht olympisch. „Ein Unding!”, witzelt Peter Grube am Rande des Grüns. Der Mann, der schon von so vielen Spielen, Weltmeisterschaften und anderen sportlichen Großereignissen berichtete, ist im besten Wortsinn nah am Wasser gebaut.

Neben Judo kommentiert Grube (senior) Kunst- und Turmspringen, Wasserball und Wildwasser-Kanu-Slalom. Und er gibt unumwunden zu: „Als ich im Februar beim Weltcup in Peking erleben durfte, dass unser Aachener Turmspringer Sascha Klein die asiatische Konkurrenz derart grandios auf die Plätze verwies, hatte ich Tränen in den Augen.”

Klein gilt als Medaillen-Favorit: „Das Treppchen ist auf jeden fall drin, vielleicht sogar Gold”, sagt der Experte. Noch mehr deutsche Medaillenhoffnungen dürfte der jüngere Bruder am Fernsehmikrofon präsentieren.

„Sechs Medaillen sind bei den Reitern durchaus drin”, sagt Volker. „Für die Aachener Lokalmatadorin Nadine Capellmann dürfte das Einzel-Gold allerdings schwierig werden. Die Konkurrenz im Dressur-Viereck mit Isabell Wert und der Niederländerin Anky van Grunsven ist unglaublich groß.”

Mannschaftsgolf traut er den Dressur-Equipe aber zu. „Die deutschen Damen sind gemeinsam nur ganz schwer zu schlagen.”

Mit 30 eigenen Kameras sowie 500 Redakteuren, Reportern und Technikern reisen ARD und ZDF zu den Spielen. Arbeit erwartet das Team an masse. Insgesamt 300 Stunden senden die öffentlich-rechtlichen Sender vom 8. bis zum 24. August in Sachen Olympia - wegen der Zeitverschiebung von sechs Stunden meist zwischen 2 Uhr nachts und 18 Uhr.

„Dazu kommen jedoch pro Tag 40 Stunden für parallel angesetzte Entscheidungen in vier Digitalkanälen”, erklärt Grube. Das heißt für die Sportjournalisten vor Ort: Auch wenn ARD und ZDF tageweise abwechselnd aus China bewegte Bilder aufbereiten, gibt es keine freien Tage.

„Denn dann kommentieren wir stundenlang auf den Digitalkanälen oder bereiten Filme und Interviews vor.” Der Marathon geht dabei nicht einmal mit den der olympischen Abschlussfeier zu Ende.

„Ich bleibe noch zu den Paralympics, das heißt: Ich bin sechs Wochen weg - länger denn je”, sagt der 50-Jährige. Und sein 38-jähriger Bruder bleibt ebenso in Fahrt. „Ich fliege direkt im Anschluss von China Richtung Valencia zum spanischen Formel1-Grand-Prix.”

Treffen werden sich Peter und Volker Grube also erstmal nicht. Schon gar nicht als Sportreporter. „In zwei Jahren bei den Spielen in Vancouver gibt es eine neue Chance”, schaut der Ältere voraus.

„Wenn wir dann gemeinsam von unseren Sendern für die Berichterstattung nominiert würden, wäre das wirklich eine ganz große Sache.” Bis dahin geht es den beiden Aachenern so wie Millionen TV-Zuschauern: Fernseher einschalten und Sport gucken...