Würselen: Großeinsatz in Würselen: Giftige Flüssigkeit läuft aus

Würselen: Großeinsatz in Würselen: Giftige Flüssigkeit läuft aus

Das Gewerbegebiet am Aachener Kreuz ist am Freitagmorgen nach einem Chemieunfall für Stunden zu einer Geisterstadt geworden. Polizei und Feuerwehr hatten um kurz nach 9 Uhr den Bereich um eine Spedition in unmittelbarer Nähe des Möbelhauses Pallen weiträumig abgesperrt.

Ein Gabelstaplerfahrer war im Laderaum eines Lasters beim Umladen von Fässern in zwei mit je 250 Litern o-Dichlorbenzol gefüllte Behälter gefahren und hatte Löcher hineingerissen. Die Chemikalie lief aus, ein Teil floss auf das Außengelände der Spedition. O-Dichlorbenzol ist giftig, brennbar und kann über die Atemwege aufgenommen werden. Es reizt die Schleimhäute und gilt als wassergefährdend.

Nach Angaben von Bernd Schaffrath, Sprecher der Stadt Würselen, wurde niemand durch den austretenden Stoff verletzt. Der Speditionsmitarbeiter habe über Übelkeit geklagt, habe aber nicht behandelt werden wollen. Nach drei Stunden wurde die großräumige Sperrung bis auf einen Kernbereich um die Unfallstelle herum aufgehoben, am Abend war dann das Gelände der Spedition dekontaminiert.

Ohne zunächst zu wissen, um welchen Stoff es sich handelt, waren zu Beginn des Einsatzes sofort die Zufahrtsstraßen in das Gewerbegebiet in einem Umkreis von 200 Metern um den Unfallort abgesperrt worden. Benachbarte Unternehmen wurden von Feuerwehrleuten gebeten, Fenster und Türen geschlossen, vor allem aber Lüftungsanlagen ausgeschaltet zu lassen. Parallel liefen Messungen der Umgebungsluft auf den Nachbargrundstücken. Nach Auswertung der aufwendigen Messungen habe Teilentwarnung gegeben werden können. „Der Stoff war nicht in einer gesundheitsgefährdenden Menge in der Luft der weiteren Umgebung nachzuweisen”, sagte Schaffrath. Das Sperrgebiet wurde daraufhin verkleinert. Insgesamt war ein Großaufgebot der Feuerwehr mit 80 Leuten aus Würselen, Herzogenrath und Eschweiler vor Ort.

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