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Chats entschlüsselt: Großeinsatz in Heinsberg gegen mutmaßliche Drogenkriminelle

Chats entschlüsselt : Großeinsatz in Heinsberg gegen mutmaßliche Drogenkriminelle

Bei einem Großeinsatz gegen Drogenkriminelle hat die Polizei zwölf Objekte in Heinsberg, Düsseldorf und Neuss durchsucht. Zum Einsatz kam auch ein spezieller Spürhund für Geldverstecke.

Es seien fast 200 Beamte im Einsatz gewesen, wie die Polizei am Mittwoch berichtete. Der Schlag richtete sich gegen eine achtköpfige mutmaßliche Bande, die Drogen aus Belgien und Frankreich nach Deutschland geschmuggelt und hierzulande verkauft haben soll. Sie soll seit Mai 2020 Cannabisplantagen in Belgien und Frankreich betrieben, aber auch Kokain nach Deutschland gebracht haben.

Acht Männer wurden festgenommen, fünf davon werden nach erfolgter erkennungsdienstlicher Behandlung wieder frei gelassen. Ein 28-Jähriger war bereits mit Haftbefehl gesucht worden, gegen zwei weitere soll Haftbefehl beantragt werden.

Zum Einsatz kam auch ein speziell trainierter Hund, der mit seiner Nase Geldverstecke aufspüren kann. Die Polizei habe etwa 40.000 Euro Bargeld, eine große Menge Drogen und diverse Waffen – darunter eine Machete und Teleskopschlagstöcke – sichergestellt. Das Verfahren war durch das Knacken des von Tausenden Kriminellen genutzten Krypto-Messengerdienstes Encrochat ins Rollen gekommen.

Beim Gebrauch der Krypto-Technologie wähnten sich viele Kriminelle völlig sicher und kommunizierten offen über ihre Geschäfte, den Umgang mit Konkurrenten und Drogenlieferungen.

Encrochat galt lange als nicht zu knacken. Als es der Polizei in Frankreich 2020 dennoch gelang, war dies ein gewaltiger Erfolg im Kampf gegen die Organisierte Kriminalität. Laut Bundeskriminalamt wurden dadurch bundesweit bereits mehr als 2250 Ermittlungsverfahren eingeleitet und rund 360 bereits bestehende Ermittlungsverfahren wesentlich unterstützt.

(dpa)