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Modellstudie des NRW-Familienministeriums : Große Corona-Studie an Düsseldorfer Kitas gestartet

Modellstudie des NRW-Familienministeriums : Große Corona-Studie an Düsseldorfer Kitas gestartet

Zwei große Studien sollen in NRW die Frage klären, wie ansteckend das Coronavirus bei Kindern ist. Die größte startete am Mittwoch in Düsseldorf.

Die nach Angaben der NRW-Landesregierung bundesweit größte Untersuchung zum Infektionsgeschehen des Coronavirus bei Kindern hat begonnen. An der Modellstudie in 110 Düsseldorfer Kitas nehmen seit Mittwoch 5150 Kinder und Erzieherinnen teil, wie das NRW-Familienministerium mitteilte. Zugleich wird damit die Rückkehr zum – eingeschränkten – Regelbetrieb in den Kitas wissenschaftlich überwacht.

Insgesamt werden mehr als 40.000 Speichelproben untersucht. Ziel sei, verlässliche Erkenntnisse darüber zu gewinnen, ob es in den Kita-Gruppen zu neu auftretenden Infektionsfällen kommt und dadurch Infektionsketten im Umfeld ausgelöst werden. „Die Ergebnisse werden uns wichtige Daten zum Infektionsgeschehen bei Kindern liefern, auf deren Grundlage wir den Gesundheitsschutz in unseren Kindertageseinrichtungen weiter verbessern können“, kündigte Familienstaatssekretär Andreas Bothe an.

Die Studie findet unter Federführung des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Düsseldorf statt. „Es gibt immer noch viele offene Fragen zur Bedeutung von Kindern bei der Verbreitung des neuen Coronavirus und wir hoffen, einige Fragen mit dieser Studie beantworten zu können“, so Institutsdirektor Professor Jörg Timm.

An der virologischen Modellstudie nehmen 3920 Kinder und 1230 Fachkräfte teil. Das Ergebnis zum Virusnachweis wird ihnen nach etwa 24 bis 36 Stunden mitgeteilt. Eine umfassende Auswertung der Ergebnisse ist für Juli vorgesehen. Angestellte und Kinder sollen zwei Mal wöchentlich eine Probe abgeben. Mit Hilfe der Tests sollen Neuinfektionen schneller gefunden und Ansteckungsketten vermieden werden.

Hinter der Studie steht die bundesweit heiß diskutierte Frage, wie groß die Rolle von Kindern bei der Verbreitung des Coronavirus ist. Die Erhebung soll herausfinden, ob Kinder das Coronavirus in sich tragen, obwohl sie gesund scheinen, und ob sie das Virus an ihre Eltern oder Geschwister weitergeben.

Wer an der Studie teilnimmt, erhält ein Test-Paket mit acht Probengefäßen. Zweimal pro Woche soll morgens zu Hause nach dem Aufstehen mit einem Schluck Wasser der Mund ausgespült und der Inhalt im Probengefäß gesammelt werden. Die werden dann in die Kitas mitgenommen und von dort zum Institut für Virologie der Uniklinik transportiert.

Auch die Ruhr-Uni Bochum will mit einer Studie namens Corkid klären, wie ansteckend das Coronavirus bei Kindern ist. 3000 Kinder sollen in der Bochumer Studie untersucht werden. Sie wird vom Bundesforschungsministerium mit 566.000 Euro gefördert. In Bochum sind Bluttests geplant.

„Wir werden Antikörper bestimmen und auf diese Weise testen, ob die Kinder und Jugendlichen die Infektion schon durchgemacht haben“, erklärte Folke Brinkmann, kommissarische Leiterin der Abteilung Pädiatrische Pneumologie der Bochumer Universitätskinderklinik. Die Ergebnisse der Studie sollen ebenfalls Aufschluss darüber geben, wie groß das Risiko in Schulen und Kindergärten für alle Beteiligten ist.

(dpa)