Münster/Aachen: Grippe schlägt in NRW weniger heftig zu

Münster/Aachen : Grippe schlägt in NRW weniger heftig zu

Die Grippewelle hat Nordrhein-Westfalen weniger heftig getroffen als Süddeutschland oder Sachsen. So hat das Landeszentrum für Gesundheit in Münster bislang 1500 gemeldete Influenza-Fälle registriert. Das sei zwar deutlich über dem Niveau des vorangegangenen Winters (300 Influenza-Fälle).

Die Erkrankungswelle habe habe nicht die Ausmaße der Saison 2012/2013 erreicht, sagte Annette Jurke vom Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen. Damals zählten Mediziner 6000 gemeldete Influenza-Fälle bis zum Frühjahr. Die Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus.

Die gleiche Tendenz zeichne sich bei den akuten Atemwegserkrankungen ab, so Jurke. Mit dem sogenannten Praxisindex, einer Stichprobenabfrage in Arztpraxen, erfasst die Arbeitsgemeinschaft Influenza die Schniefnasen in der Republik. Dieser liegt in Nordrhein-Westfalen zwar mit 200 Punkten etwa doppelt so hoch wie vergangenes Jahr um diese Zeit, hat aber noch nicht die Ausmaße des Februars 2013 erreicht (300 Punkte). „Ob wir jetzt schon einen Höhepunkt erreicht haben oder ob die Zahl der Erkrankten weiter ansteigt, lässt sich nicht absehen”, sagte Jurke.

Die Grippesaison bekommen auch die zur Zeit ohnehin stark belasteten Notfallambulanzen der NRW-Kliniken zu spüren. So klagt der Kreis Lippe über eine „akute Überlastung” in der Notaufnahme des Klinikums Lippe. Dies sei allerdings nicht allein auf Grippeleidende zurückzuführen: „Immer mehr Menschen rufen bei Erkrankungen die 112 und fordern einen Rettungswagen an”, teilte Meinolf Haase, Leiter des Bevölkerungsschutzes im Kreis Lippe, mit. Zur Entlastung mussten einige für Montag geplante Operationen abgesagt werden.

Auch an den Unikliniken Münster und Aachen sowie bei den Städtischen Kliniken in Dortmund steigt die Zahl der Patienten mit Grippe-Verdacht. Versorgungsengpässe befürchten die Häuser allerdings bislang nicht. So spricht der Aachener Hygiene-Mediziner Sebastian Lemmen von hoher Belastung - nicht allein weil viele schwer Grippeerkrankte behandelt würden: „Ein hoher Krankenstand beim Personal muss von den Gesunden ausgeglichen werden”.

Auf der Dortmunder Kinderklinik sei für akute Erkältungskrankheiten eine Zusatzstation eingerichtet worden, sagte der Dortmunder Krankenhaus-Sprecher Marc Raschke. „Das große Grippechaos haben wir aber nicht.” Engpässe gibt es allerdings auf einem anderen Gebiet: „Die Blutspende ist fast zum Erliegen gekommen”, so Raschke. Wer erkältet ist oder Fieber hat, kann kein Spender sein.

(dpa)
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