Grefrath: Grefrather von Angst um ihre Kinder erlöst

Grefrath: Grefrather von Angst um ihre Kinder erlöst

Die Neuigkeit von der Festnahme des Tatverdächtigen im Fall Mirco ist am Donnerstag schnell zum Tagesgespräch im niederrheinischen Grefrath geworden. „Es wäre gut, wenn das Warten jetzt endlich vorbei ist”, sagt zum Beispiel Brigitte Floet. Fast täglich wird in der Bäckerei, wo die Grefratherin arbeitet, über das Verschwinden des zehnjährigen Mirco vor mittlerweile mehr als vier Monaten (145 Tagen) gesprochen.

Eltern schicken ihre Kinder nicht mehr alleine zur Schule, und beim Waldspaziergang halten die Menschen Ausschau nach verdächtigen Hinweisen auf den bis Donnerstag ungelösten Fall. „Hoffentlich hat die Polizei den Täter, damit insbesondere die Eltern von Mirco Gewissheit haben”, betonte Floet.

Am Mittwoch wurde der Tatverdächtige festgenommen, der offenbar im nahe gelegenen Schwalmtal wohnt und Familienvater sein soll. Nach den Vernehmungen sprach die Polizei am Donnerstag davon, dass das Schicksal des am 3. September verschwundenen Jungen geklärt sei. Die Staatsanwaltschaft gab kurz darauf bekannt, dass die Leiche des Jungen entdeckt wurde. Weitere Einzelheiten sollen erst am Freitag auf einer Pressekonferenz in Mönchengladbach bekannt gegeben werden.

„Alle sind gespannt”

Auf dem beschaulichen kleinen Marktplatz in dem knapp 16.000 Einwohner zählenden Grefrath ist es das Gesprächsthema Nummer eins. „Alle hier im Ort sind gespannt und warten”, sagt Fleischverkäufer Leon, der jeden Donnerstag mit seinem Stand in Grefrath ist. „Die Menschen hoffen einfach, dass der Täter nun gefasst ist und sie keine Angst mehr um ihre Kinder haben müssen”, sagt er.

Eine Spielwarenverkäuferin denkt angesichts der neuen Entwicklungen vor allem an die Angehörigen von Mirco. „Wenn der Täter gefasst ist, können die Eltern hoffentlich aus ihrem Trauma rauskommen”, sagt sie. Erleichterung werde dann aber auch bei anderen Eltern aufkommen, die sich bislang Sorgen um ihre Kinder machten. „Trotzdem wird man auch in Zukunft sehr aufpassen”, sagt die Verkäuferin. In der Gemeinde hatte das Verschwinden neben der Erschütterung über das Schicksal des Jungen auch für große Verunsicherung gesorgt - weil die Polizei bei ihren Ermittlungen davon ausgegangen war, dass der Täter aus dem Ort oder der Region stammt.

Dort, wo in den vergangenen Monaten unter anderem Teile von Mircos Kleidung gefunden worden waren, kommt an diesem Donnerstag ein Mann mit seinem Rad vorbei und schaut auf die dort abgestellten Kerzen. „Für die Eltern muss das alles schrecklich sein”, sagt er. Nun hoffe jeder in dem Ort, dass die Suche ein Ende habe und wieder Ruhe einkehre.

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