Aachen: Grausige Szenen bei Busunfall

Aachen: Grausige Szenen bei Busunfall

Rund anderthalb Stunden lang hat am Dienstag Vormittag im Zentrum von Aachens Stadtteil Laurensberg Ausnahmezustand geherrscht: Gegen 10.10 Uhr war es auf der Roermonder Straße zu einem schweren Unfall gekommen, bei dem ein Aseag-Bus der Linie 77 und ein Tieflader frontal zusammenstießen.

Der 54-jährige Busfahrer musste in einer mehr als einstündigen Aktion von zahlreichen Rettungskräften aus dem Cockpit des Fahrzeugs herausgeschnitten werden.

Er wurde, ebenso wie der ebenfalls 54-jährige Fahrer des Lkw aus dem sauerländischen Meschede, mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Zwei Busfahrgäste erlitten leichte Verletzungen. Die Roermonder Straße wurde bis gegen 14.30 Uhr zwischen den Einmündungen Kackertstraße und Rathausstraße/Schlossparkstraße komplett gesperrt.

Aus bislang ungeklärter Ursache, berichtete Polizeisprecher Paul Kemen am Vormittag noch am Ort des Geschehens, war der 54-jährige Busfahrer, der Richtung Richterich unterwegs war, auf die Gegenfahrbahn geraten.

Der gleichaltrige Fahrer des entgegenkommenden Sattelzugs aus Meschede hatte auf der abschüssigen Straße keine Chance auszuweichen.

Der Lkw bohrte sich derart tief in die Front des Busses, dass die Feuerwehr zunächst Stahlseile einsetzen musste, um die verkeilten Fahrzeuge auseinanderzuziehen.

Bereits vor Eintreffen der Rettungskräfte hatten zwei Passanten den im Führerhaus eingeklemmten Lkw-Fahrer aber befreien und erste Hilfe leisten können. Dabei zogen sich beide Schnittwunden zu, die vor Ort behandelt wurden.

Der Busfahrer musste unterdessen zunächst durch einen Notarzt medizinisch stabilisiert und mit schwerem Gerät aus seinem Cockpit herausgeholt werden.

Glücklicherweise befanden sich lediglich zwei Fahrgäste im Bus; eine 15-Jährige aus Aachen und ein 58-jähriger Mann aus Stolberg erlitten leichte Verletzungen.

Neben dem Rüstzug Bergung waren ein Löschzug der Berufsfeuerwehr, drei Notärzte und fünf Rettungswagen im Einsatz.

Durch umherfliegende Trümmerteile wurden zwei geparkte Autos beschädigt. An Bus und Lkw entstand Totalschaden.

Die Polizei sucht nun zwei Zeuginnen, ältere Damen, die nach Auskunft anderer Zeugen den Hergang des Unfalls verfolgen konnten und danach den Unfallort verließen. Sie werden gebeten, sich bei der Polizei unter 9577-42201 oder 9577-11101 zu melden.

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