Aachen: Glimpfliches Urteil für Geldautomatensprenger

Aachen : Glimpfliches Urteil für Geldautomatensprenger

Mit einer Haftstrafe von vier Jahren ist ein Geldautomatensprenger aus dem Dunstkreis der sogenannten „Audi-Bande“ aus den Niederlanden bei einem Urteil des Aachener Landgerichts glimpflich weggekommen.

Dem 29-jährigen Fouad E. aus dem niederländischen Utrecht war nach Auffassung der 3. Großen Strafkammer nur eine von insgesamt 17 angeklagten Automatensprengungen nachzuweisen. 16 der meist in der hiesigen Region begangenen nächtlichen Überfälle auf die Geldautomaten von Sparkassen oder Volksbanken „seien entweder in der Ausführung oder aufgrund der Silhouetten der maskierten Täter“ dem Angeklagten nicht zweifelsfrei nachzuweisen, begründete der Vorsitzende Richter Thomas Küpper am Donnerstag das Urteil. Für Fouad E. bedeutet das: Freisprüche in diesen Fällen.

Der Schuldspruch wegen schweren Diebstahls und dem Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in dem einen nachgewiesenen Fall bezieht sich auf die letzte der angeklagten Taten, begangen im münsterländischen Vreden.

In den kleinen Ort jenseits der deutsch-niederländische Landesgrenze waren Fouad E. und ein weiterer Täter wie üblich nachts gegen 4 Uhr mit einem gestohlenen 500 PS starken A6-Kombi gerast. Mit einem gelben Brecheisen hatten sie den Automaten aufgehebelt, mit einer Lanze aus Vorratsflaschen das explosive Gasgemisch in den Automaten geleitet, alles zusammen war in einer genau abgestoppten Zeit geschehen.

Mit einer weiteren Zündlanze, so führte der Richter aus, hatten die Täter die Automaten im Kassenvorraum in die Luft gesprengt. Alleine der Sachschaden betrug damals rund 100.000 Euro, die Beute belief sich auf 123.000 Euro.

Wegen des von der Bande regelmäßig eingesetzten gelben Brecheisens war die Explosionsserie von der Kripo als „gelbe Serie“ bezeichnet worden.

Stofffetzen verriet den Täter

Bei insgesamt sechs der 17 Taten waren zusammen knapp 700.000 Euro erbeutet worden, bei den dreisten Überfällen wie etwa in Dremmen, Baesweiler oder in Linnich waren Automaten in die Luft geflogen. Die Täter seien stets gut maskiert und mit einem sogenannten Hema-Overall ausgestattet gewesen, stellte die „Ermittlungskommission Heat“ fest.

Den Täter Fouad E. hatte eine DNA-Spur verraten. Ein Stofffetzen war an einem Zaun unmittelbar am Tatort in Vreden hängengeblieben und hatte die Ermittler auf die richtige Spur gebracht. E. wird seine Strafe in den Niederlanden verbüßen. Vom Mittäter fehlt immer noch jede Spur.

Die niederländischen Geldautomatensprenger werden von der Polizei als ein eher loser Zusammenschluss von Tätern aus dem Bereich Utrecht betrachtet, die sich in immer wieder neuer Zusammensetzung für die Überfälle zusammenfinden.