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Neues NRW-Gesetz: Giftschlangenvermehrung in Privaträumen „nicht zu kontrollieren“

Neues NRW-Gesetz : Giftschlangenvermehrung in Privaträumen „nicht zu kontrollieren“

Das geplante neue Gifttiergesetz für Nordrhein-Westfalen wird nicht verbieten können, dass sich in Privaträumen bereits gehaltene Tiere weiter vermehren. Das stellte NRW-Naturschutzministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) in einer Antwort auf eine AfD-Anfrage klar.

Biologische Besonderheiten bei der Vermehrung von Schlangen machten es unmöglich, ein Vermehrungsverbot zu kontrollieren, erklärte die Ministerin in einem am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlichten Bericht. Zum einen können bestimmte Arten von Giftschlangen noch Jahre nach einer Befruchtung Nachwuchs hervorbringen. Zum anderen könnten bei der eingeschlechtlichen Fortpflanzung mancher vom Gesetz betroffenen Tierarten, selbst bei getrennter Haltung, Nachkommen aus einzelnen unbefruchteten Eizellen entstehen.

Die Gesetzesnovelle soll künftig die Neuanschaffung giftiger Schlangen, Spinnen oder Skorpione verbieten. Wer ein solches Tier besitzt, darf es behalten, wenn er dies den Behörden meldet, einen polizeilichen Zuverlässigkeitsnachweis sowie eine Haftpflichtversicherung vorlegen kann. Die Landesregierung hatte mit ihrem Gesetzentwurf auf die Jagd nach einer hochgiftigen Monokelkobra in Herne reagiert, wegen der im vergangenen Sommer mehrere Häuser geräumt werden mussten.

Der Versicherungsmarkt habe Angebote speziell für Halter giftiger und anderer gefährlicher Tiere, antwortete Heinen-Esser dem AfD-Landtagsabgeordneten Christian Blex. Alternativ dazu könnten Halter ihre Tiere ja auch abgeben. In diesem Fall werde das Landesumweltamt dafür sorgen, dass die Tiere auf Kosten des Landes abgeholt und untergebracht würden. Damit hätten Bestandshalter genügend Möglichkeiten, um sich künftig rechtskonform zu verhalten.

(dpa)