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Geburt nur mit Hebamme: Gesundheitsminister stellt Studie vor

Geburt nur mit Hebamme : Gesundheitsminister stellt Studie vor

Für jede gebärende Frau eine Hebamme, die die ganze Zeit dabei bleibt – das ist nur in wenigen Kreißsälen in NRW so. Eine Studie erforscht seit 2018 den „arztfreien“ Kreißsaal. Erste Ergebnisse sollen nun vorgestellt werden.

Geburt im Kreißsaal nur mit erfahrener Hebamme, aber nach Möglichkeit ohne Arzt: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) stellt am Montag (13.30 Uhr) die ersten Ergebnisse eines Forschungsprojekts der Universität Bonn vor, das ein Konzept für einen „arztfreien“, ausschließlich von Hebammen geleiteten Kreißsaal erforscht. Eine ärztliche Betreuung soll demnach nur bei Komplikationen oder auf Wunsch der gebärenden Frau hinzugezogen werden.

„Das beste Schmerzmittel bei der Geburt ist die Hebamme“, sagte Barbara Blomeier, Vorsitzende des nordrhein-westfälischen Hebammenverbandes. Mit einer Vertrauensperson an der Seite solle die Angst genommen, dadurch Verkrampfungen gelöst und das Schmerzempfinden gemildert werden. „Damit werden weniger Eingriffe und Medikamente nötig“, sagte Blomeier. Ein Arzt werde bei dem Konzept nur herbeigerufen, wenn es doch zu Komplikationen komme.

In NRW gebe es bereits mindestens acht solcher Kreißsäle. Für Hebammen sei das ein besonders attraktives Arbeitsumfeld. „Die können sich vor Bewerbern kaum retten“, sagt Blomeier. In regulären Kreißsälen komme eine Hebamme auf drei oder vier gebärende Frauen. „Es ist auf jeden Fall eine Investition in eine gute geburtshilfliche Versorgung“.

(dpa)