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Prostituierte angegriffen: Gericht sieht Anzeichen für Mordversuch

Prostituierte angegriffen : Gericht sieht Anzeichen für Mordversuch

Der Dormagener Prostituierten-Killer muss entgegen der Anklage sogar mit einer Verurteilung wegen versuchten Mordes rechnen.

Darauf hat das Düsseldorfer Landgericht hingewiesen, als es die Anklage der Staatsanwaltschaft zugelassen habe, wie eine Gerichtssprecherin am Dienstag sagte.

Während die Staatsanwaltschaft den Tatvorwurf auf gefährliche Körperverletzung beschränkt hatte, ging das Gericht mit seinem Hinweis nun deutlich darüber hinaus. Das Schwurgericht sehe Anhaltspunkte für einen versuchten Mord, erklärte die Gerichtssprecherin. Weil die Prostituierte bei der Attacke geschlafen haben soll, könnte das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt sein.

Der bereits wegen der Tötung einer Prostituierten verurteilte 50-Jährige soll nach seiner Freilassung in Neuss erneut ein Callgirl in einem Hotel angegriffen und schwer verletzt haben. Er hatte vor neun Jahren in einer Düsseldorfer Hotelsuite eine 25-jährige Prostituierte erstochen und war dafür wegen Totschlags zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Anfang Juli vergangenen Jahres soll er in einem Neusser Hotel einer 26-Jährigen ein Kissen ins Gesicht gedrückt, sie gewürgt und ihr den Kopf ruckartig verdreht haben, um ihr das Genick zu brechen. Später hatte er sich bei der Polizei selbst angezeigt und behauptet, er habe Streit mit seiner Freundin gehabt. Als das mutmaßliche Opfer auch ausgesagt hatte und er verhaftet wurde, schwieg er zu den Vorwürfen.

Die Staatsanwältin will den mutmaßlichen Wiederholungstäter für immer hinter Gitter bringen und Sicherungsverwahrung für ihn erwirken. Der Fall soll am 12. Februar vor dem Düsseldorfer Landgericht verhandelt werden.

Das Schwurgericht sehe Anhaltspunkte für einen versuchten Mord, erklärte die Gerichtssprecherin.

(dpa)