Aachen: Gemeinsam gegen den Schmerz

Aachen : Gemeinsam gegen den Schmerz

23 Millionen Menschen in Deutschland leiden nach Berechnungen der Deutschen Schmerzliga unter chronischen Schmerzen. Und beklagt: Die Versorgung sei unzureichend. Das belegten nicht zuletzt die seit Jahren kontinuierlich steigenden Zahlen betroffener Patienten.

Das Problem ist selbstverständlich nicht nur in Deutschland drängend. Experten gehen davon aus, dass die Kosten, die durch Arbeitsunfähigkeit und Krankheitstage infolge von Schmerzsymptomen entstehen, europaweit bei 200 Milliarden Euro im Jahr liegen. Das Leid der Patienten selbst lässt sich in solchen Zahlen gar nicht erfassen.

Ein Konsortium von 40 Partnern aus 14 Ländern — Wissenschaftlern, kleineren und mittleren Unternehmen, Fachgesellschaften, Patientenorganisationen und pharmazeutischer Industrie — hat deshalb im April das Forschungsprojekt „IMI Pain Care“ gestartet, um die Situation von unter akuten oder chronischen Schmerzen leidenden Patienten zu verbessern.

Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und hat ein Budget von 23 Millionen Euro. Im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft zur Gesundheitsforschung steuert die Europäische Union 11,2 Millionen Euro bei, der Rest kommt von den Industriepartnern.

Bei dem Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal trafen sich gestern und heute die Partner des Konsortiums, um die weitere Arbeit abzustecken. Dabei geht es konkret um drei Teilprojekte, die den gesamten Bereich von der frühen Forschung bis zur klinischen Praxis abdecken sollen.

Grünenthal hat sich auf Produkte gegen Schmerz spezialisiert und ist maßgeblich Teil des Konsortiums, das von dem Neurophysiologen Prof. Rolf-Dieter Treede von der Universität Heidelberg und Petra Bloms-Funke, Leiterin der Abteilung Medical Intelligence & Innovation Partnerships bei Grünenthal, geleitet wird.

Die formulierte gestern das ambitionierte Ziel von „IMI Pain Care“: Das Projekt könne den Weg dahin bereiten, dass „Schmerzpatienten zur richtigen Zeit mit einer geeigneten Prophylaxe oder Behandlung ihrer Erkrankung versorgt werden können“.

(hjd)
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