Aachen: Geldstrafe: Ärzte des Klinikum Aachen verurteilt

Aachen : Geldstrafe: Ärzte des Klinikum Aachen verurteilt

Strafrichterin Jennifer Vath verurteilte am Montag einen Chefarzt des Aachener Universitätsklinikums wegen vorsätzlicher und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 16.000 Euro. Sein Oberarzt muss wegen fahrlässiger Körperverletzung immerhin eine Strafe von 6000 Euro bezahlen, beide sollen im Vorfeld nicht richtig über die Eingriffe aufgeklärt haben.

Die Mediziner hatten eine Aachenerin operiert, die nach langem Leiden 2012 gegen die beiden Ärzte klagte.

Die Computerfachfrau aus Aachen zeigte sich nach der Urteilsverkündung sehr erleichtert. „Ich bin froh, dass in meiner Angelegenheit eine Strafe verhängt wurde“, sagte sie unserer Zeitung. Was am Montag nach fünf Prozesstagen und ausführlichen Sachverständigenbefragungen ein Ende fand, ist juristisch eine eher seltene Geschichte. Wenn Patienten gegen Ärzte vorgehen, geht es meist um ärztliche Kunstfehler, die in Zivilverfahren verhandelt werden. Strafprozess gegen Ärzte in Deutschland sind selten.

Für das Opfer sei endlich das Ende einer traumatischen Arzterfahrung erreicht, berichteten die Eltern der inzwischen sieben Mal operierten 38-Jährigen nach dem Prozess. Die Aachenerin sollte im Jahr 2009 wegen eines Geburtsfehler operiert werden. Sie wandte sich an die Fachabteilung des Klinikums. Vier Operationen musste sie durchstehen, die Eingriffe machten die Sache eigentlich von Mal zu Mal schlimmer.

Die Patientin brach die Behandlung ab und ging in eine Spezialklinik, dort wurde sie fachlich korrekt behandelt. Das Fazit der Richterin: Man habe der Patientin beispielsweise ein „nicht optimales Knorpelgerüst“ eingesetzt. Weiter sei die Herstellung eines bei der Operation verarbeiteten Teiles „mangelhaft“ gewesen, das Vorgehen habe nicht „den Regeln der ärztlichen Kunst“ entsprochen — schlimmer geht es kaum.

Das Urteil des Aachener Amtsgerichts ist noch nicht rechtskräftig, beide Ärzte haben die Möglichkeit, Berufung einzulegen. Die Leitung des Aachener Klinikums will sich zu dem Fall erst äußern, wenn er vollständig gerichtlich abgeschlossen ist.

(wos)