Geistig Verwirrter räumt Messerangriff in Düsseldorfer Straßenbahn ein

Lebensgefährliche Attacke : Geistig Verwirrter räumt Messerangriff in Straßenbahn ein

Im Prozess um eine lebensgefährliche Messerattacke in einer Düsseldorfer Straßenbahn hat der Beschuldigte die Tat vor Gericht gestanden.

Er sei aber dazu gezwungen worden, behauptete der geistig verwirrte Biologe am Montag beim Prozessauftakt am Landgericht. Der Deutsche gilt wegen einer schweren psychischen Krankheit als nicht schuldfähig. Ihm droht wegen versuchten Mordes die dauerhafte Unterbringung in einer geschlossenen Psychiatrie.

Laut Anklage war er Mitte August in der Bahn ohne ersichtlichen Anlass mit dem Messer über eine 27-jährige Frau hergefallen. Einer anderen Frau soll er den Kopf nach hinten gerissen haben, um auch auf sie einzustechen. Nach der Attacke soll der Messerstecher vor eine Trinkhalle seelenruhig auf seine Festnahme gewartet haben.

Das Opfer sagte unter Tränen aus, sie habe den Angreifer beim Einsteigen kaum wahrgenommen. „Ich habe noch mit meiner Mutter telefoniert.“ Sie leide noch heute unter den Folgen.

Der 55-Jährige hatte zuvor berichtet, wie sich sein seelischer Zustand allmählich verschlechtert habe. Mitte der 1990er Jahre hätten die Probleme begonnen, als er in London an seiner Doktorarbeit geschrieben habe: „Ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, hatte keine Ruhe mehr.“ 1995 sei er nach Düsseldorf gekommen und lebe seither von Sozialhilfe.

Für den Prozess sind bis zum 19. Dezember noch vier weitere Verhandlungstage angesetzt.

(dpa)