Schleiden: Gefundener Ehering im Nationalpark: Karl-Heinz ist da

Schleiden : Gefundener Ehering im Nationalpark: Karl-Heinz ist da

Kaum hatte sich die Nachricht von dem im Nationalpark Eifel verlorenen Ehering mit den eingravierten Namen Karl-Heinz und Irma über die Medien verbreitet, war das Rätsel um das wertvolle Fundstück auch schon gelöst.

Am Freitagmorgen hatte sich der gesuchte Karl-Heinz bei der Nationalparkleitung gemeldet, wie Michael Lammertz, Sprecher der Nationalparkverwaltung, bestätigte. Der Ring sei dem Mann wohl beim Ausziehen des Handschuhs vom Finger gerutscht, so Lammertz.

So sieht er aus: Der Ehering mit den eingravierten Namen Karl-Heinz und Irma. Foto: Nationalpark Eifel

Parkaufseher Max Effenberg hatte den Ring am Sonntag Vormittag bei einer Gebietskontrolle am Wilden Weg im Kermeter gefunden. Das Schmuckstück hatte auf dem schon etwas plattgetretenen Schnee des Weges gelegen, den der junge Ranger später am Tag mit einer Gruppe von Wanderern begehen wollte. Bevor es losging, sei er noch einmal auf den Holzsteg gegangen, der über eine Länge von 250 Metern in mehreren Metern Höhe barrierefrei durch den Wald führt, erzählt Effenberg. Da habe der Ring im Neuschnee gelegen. Warum sein Augenmerk auf den goldenen Ring gefallen sei, wisse er auch nicht. „Ich interessiere mich halt für die kleinen Dinge, den Mikrokosmos finde ich am spannendsten“, sagt Effenberg.

Der gelernte Forstwirt ist seit einem Jahr in der Nationalparkverwaltung als Ranger tätig. Mehrmals habe er schon Dinge gefunden, ließ er wissen: Portemonnaies, Ausweise, und auch schon einmal Schmuck. Auch in Diensten des Nationalparks ist der Ehering von Karl-Heinz und Irma nicht sein erster Fund. „Damals war es einen Silberkette“, erzählt Effenberg.

Eine Goldschmiedemeisterin aus Bad Münstereifel hatte zuletzt noch gemutmaßt, dass es sich bei dem Fundstück nicht um den Ring eines Mannes handeln könne. „Wir suchen nicht Karl-Heinz, wir suchen seine Frau“, hatte die Schmuck-Expertin gesagt, der Ring habe eindeutig Damengröße. Damit hat sie wohl falsch gelegen.

Anhand der Fotos, die der Nationalpark über die Medien verbreitete, war sie zudem sicher, dass der Ring mit ziemlicher Sicherheit von Anfang der 60er Jahre stammt. Er sei handgraviert mit einer Schrift, die heute nicht mehr verwendet werde. Als mögliche Bandbreite für das Hochzeitsdatum vom Karl-Heinz und Irma vermutete die Goldschmiedin einen Zeitraum zwischen 1958 und 1970. „Wenn das Hochzeitsdatum tatsächlich Anfang der 60er Jahre liegen sollte, dann hat das Paar schon Goldhochzeit gefeiert.“

Vier Tage lang hatte der Nationalpark mit den beiden im Ring eingravierten Namen Karl-Heinz und Irma nach dem Besitzer gesucht. Dieser Aufruf des Nationalparks bei Facebook war am Montag eingestellt worden. Er lautete: „Freunde, wir brauchen Eure Hilfe! Unser Ranger Max hat am Freitag im Wilden Kermeter einen Ehering gefunden. Sagen wir mal so: Das gute Stück dürfte nicht ganz billig gewesen sein. Und irgendwer wird es sicher schmerzlich vermissen. Finden wir den Eigentümer/die Eigentümerin?“

Der Aufruf war bis Donnerstag Abend rund 10.000-mal geteilt worden, er erreichte 600.000 Menschen, die Telefone bei der Parkverwaltung standen nicht mehr still. Ein wohlmeinender Mensch hatte Karl-Heinz von dem Fund berichtet, der hatte sich gleich heute Morgen bei der Nationalparkleitung gemeldet.

„Wir haben lange miteinander telefoniert“, sagte Nationalparksprecher Lammertz unserer Zeitung. Karl-Heinz sei ein „unwahrscheinlich sympathischer, jung gebliebener älterer Herr“, der sich riesig freue, dass sein Ring gefunden wurde. Am Montag soll Karl-Heinz seinen Ehering in Anwesenheit des Bürgermeisters von Schleiden wieder in Empfang nehmen. Zurzeit liegt das gute Stück noch beim Fundbüro in Schleiden.

(ela)