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Folgen der Energiekrise: Gaskunden in der Region droht ein Preisschock

Folgen der Energiekrise : Gaskunden in der Region droht ein Preisschock

Weil die Gaspreise explodieren, droht auch den Endverbrauchern in der Region im Herbst ein Preisschock. Man sei „der Verzweiflung nahe“, heißt es etwa beim Versorger EWV in Stolberg.

Wer mit Gas heizt, muss sich im nächsten Winter warm anziehen. Dass die Preise vor allem infolge des Ukraine-Krieges stark ansteigen werden, dürfte den meisten Verbrauchern mittlerweile klar sein. Doch jetzt zeichnet sich ab, auf was sich die Menschen einstellen müssen. Zwar nennen die Versorger in der Region derzeit meist noch keine konkreten Zahlen. Doch zeichnet sich ab, dass die Preise weithin bei rund 20 Cent pro Kilowattstunde oder darüber liegen werden.

Die Kunden müssen sich damit auf einen regelrechten Preisschock einstellen. Dabei summieren sich die davongaloppierenden Marktpreise und zwei vom Bundeskabinett neu beschlossene Umlagen bezüglich der Befüllung von Gasspeichern und der Ersatzbeschaffung über Großhändler wie Uniper. Die Höhe steht derzeit noch nicht fest. Nach Informationen unserer Zeitung aus Insiderkreisen rechnet die Energiewirtschaft mit Zusatzkosten von etwa sechs Cent je Kilowattstunde alleine bezogen auf diese Umlagen.

Entsprechend ist auch die Stimmung bei den Versorgern: „Wir sind der Verzweiflung nahe“, sagt etwa Yvonne Rollesbroich, Sprecherin der Energie- und Wasser-Versorgung GmbH (EWV) mit Sitz in Stolberg. Auch dort rechnet man mit einem neuerlichen, diesmal noch drastischeren Preisanstieg. Erst zum 1. Dezember vorigen Jahres hatte das Unternehmen den Arbeitspreis – also den Verbrauchspreis pro Kilowattstunde Gas – von 8,35 auf 9,33 Cent pro Kilowattstunde erhöht. Schon Anfang Februar kletterte der Preis erneut kräftig, weil viele Billiganbieter von Energie wie beispielsweise „Stromio“ oder „gas.de“ ihren Kunden die Verträge kündigten und diese von Grundversorgern wie der EWV aufgenommen werden mussten.

Die Folge: EWV musste für Tausende Neukunden teuer zusätzliche Energie am Markt kaufen. Der Preis wurde deshalb von 9,33 auf 12,38 Cent pro Kilowattstunde Gas angehoben.

Wie drastisch die Preiserhöhungen tatsächlich ausfallen, dürfte Mitte August klar werden, wenn die Höhen der Umlagen feststehen, die die Versorger an ihre Kunden weitergeben müssen. Auf dieses Datum verweisen auch die meisten anderen Grundversorger in der Städteregion Aachen sowie im Kreis Düren und im Kreis Heinsberg und hüllen sich, was konkrete Zahlen angeht, noch überwiegend in Schweigen.

Konkret werden jedoch die Stadtwerke Jülich, die ihre neuen Preise ab September gegenüber unserer Zeitung nennen. Wer mehr als 2500 Kilowattstunden im Jahr abnimmt, zahlt statt 12,95 dann 16,95 Cent pro Kilowattstunde. Für einen Haushalt mit einem Verbrauch von 8000 Kilowattstunden bedeutet das Zusatzkosten von 26,66 Euro pro Monat. Allerdings sind in dieser Preiserhöhung besagte Umlagen noch nicht enthalten. Kämen diese in besagtem Umfang obendrauf, wäre man auch hier jenseits der 20-Cent-Marke.