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Jülich: FZ Jülich schaltet letzten Reaktor ab

Jülich : FZ Jülich schaltet letzten Reaktor ab

Mit dem Abschalten des letzten von ursprünglich drei Reaktoren ist am Dienstag im Forschungszentrum Jülich eine Ära zu Ende gegangen.

Nach fast 44 Jahren erlosch mit dem Reaktor DIDO die lange Zeit stärkste Neutronenquelle in Deutschland, teilte das Forschungszentrum am Dienstag mit. Sie hatte Generationen von Physikern, Chemikern, Biologen und Geowissenschaftlern Neutronen geliefert, um die innere Struktur einer Materie zu erforschen. Die Jülicher werden jetzt den Forschungsreaktor Garching nutzen.

Nach einer politischen Grundsatzentscheidung, keine hoch angereicherten Brennelemente in Forschungsreaktoren mehr zu verwenden, hätte DIDO umgerüstet werden müssen. Wegen des Alters des Reaktors war die Entscheidung gegen die hohe Investition gefallen.

Das Forschungszentrum Jülich baut am Forschungsreaktor Garching eine neue Forschungsstation. 30 Wissenschaftler und Techniker sollen in dem neuen Labor arbeiten.

Mit Hilfe von Neutronen können Atome und Moleküle in einer Substanz sichtbar gemacht werden. Ist die innere Struktur bekannt, lassen sich Werkstoffe mit bestimmten Eigenschaften herstellen.

Mit der Forschungsarbeit an DIDO haben Wissenschaftler beispielsweise die Zusatzstoffe entwickelt, die die Veränderung von Dieselkraftstoff im Winter verhindern.

In Jülich waren die ersten beiden Reaktoren 1985 und 1988 stillgelegt worden. Als Zeichen einer neuen Ausrichtung wurde die Kernforschungsanlage 1990 in „Forschungszentrum Jülich GmbH” umbenannt. Es gehört zu den größten Forschungseinrichtungen in Europa und hat rund 4300 Beschäftigte.