Aachen: Für kurze Zeit EU-Politiker

Aachen: Für kurze Zeit EU-Politiker

Diese Woche hat das EU-Jugendparlament im Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg in Aachen getagt. Zwei Schüler berichten. Aus Schülern wurden Delegierte: 100 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren haben im Aachener Paul-Julius-Reuter-Berufskolleg (PJRB) das EU-Parlament nachgeahmt.

In acht Ausschüssen haben sie zu aktuellen Themen diskutiert und Resolutionsvorschläge verfasst. Diese wurden an die Schirmherrin und EU-Parlamentarierin Sabine Verheyen (CDU) weitergeleitet.

Julia Repp, 17, vom Aachener Käthe-Kollwitz-Berufskolleg und der syrische Flüchtling Mustafa Karimi, 17, aus der internationalen Förderklasse des PJRB haben in einem Ausschuss über die Flüchtlingssituation diskutiert. Karimi kam so zum ersten Mal mit der EU-Politik in Berührung. „Die EU ist kompliziert, aber sehr gut“, sagt Karimi, der seit 1,5 Jahren in Deutschland ist, „ich finde, es sollte überall so laufen.“ Karimi wünscht sich, dass die EU nicht nur gegen Schlepper vorgeht, sondern auch sichere Flüchtlingstransporte organisiert, und dass sie ihre Werte in die arabische Welt vermittelt. „Europa hat sich weit entwickelt. Die Religion bestimmt schon lange nichts mehr“, sagt Karimi. „Es wäre super, wenn die EU arabische Länder dabei unterstützt, dass Demokratie entsteht. Die EU sollte diese Länder nicht nur mit Geld unterstützen. Sie brauchen Informationen, wie Europäer untereinander klarkommen.“

Julia Repp hofft, dass die Vorschläge der Schüler von Berufspolitikern ernst genommen werden. „Wir beschließen nicht nur, was wir uns wünschen, sondern mit Flüchtlingen wie Mustafa zusammen“, sagt sie und ergänzt: „Wir wollen helfen, ja, aber wir haben auch ein bisschen Angst. Darüber haben wir auch mit Mustafa gesprochen. Das versteht er teilweise.“ An den Vorschlägen würde man erkennen, wie sich die Bürger fühlten, sagt Repp. „Und die Politik kann sehen, dass sich Jugendliche damit beschäftigen.“

Vollversammlung im Video: www.az-web.de

Das Jugendparlament im Netz: www.eyp.de

(cro)
Mehr von Aachener Zeitung