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17 Millionen Euro Tabaksteuerschaden: Fünf Festnahmen bei Razzien in der Region

17 Millionen Euro Tabaksteuerschaden : Fünf Festnahmen bei Razzien in der Region

Bei Razzien in mehreren NRW-Städten haben Polizei und Zoll fünf Verdächtige festgenommen. Schwerpunkte der Durchsuchungen waren Aachen, Herzogenrath, Eschweiler und Jülich. Es geht um Drogendelikte und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe.

In einer konzertierten Aktion im Auftrag der Staatsanwaltschaft Aachen haben Zoll und Polizei fünf Verdächtige festgenommen und diverse Wohnungen und Gewerbeobjekte in Aachen, Herzogenrath, Eschweiler, Jülich, Köln, Bergisch Gladbach, Brück und nach Informationen unserer Zeitung Raeren durchsucht.

Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Aachen ermittelt das Zollfahndungsamt seit November gegen eine international organisierte Tätergruppe wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in besonders schwerem Fall. Dabei geht es um die illegale Einfuhr unversteuerter Zigaretten. Außerdem besteht der Verdacht der gewerbsmäßigen Steuerhehlerei durch gewinnbringenden Verkauf unversteuerter Zigaretten.

Auf die Spur der Tatverdächtigen führte die Ermittler die Auswertung sogenannter Kryptochats. Die Ermittlungen des Zollfahndungsamtes ergaben, dass die Tatverdächtigen im Alter von 39 bis 53 Jahren mindestens 100 Millionen Stück unversteuerter Zigaretten verschiedener Marken aus dem europäischen Ausland nach Deutschland schmuggelten und diese anschließend in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich verkauften.

Am Mittwochmorgen wurden unter Hinzuziehung von Spezialkräften zwei Personen im Alter von je 53 Jahren mit Haftbefehl vorläufig festgenommen. Insgesamt drei Objekte in Aachen wurden vom Zoll durchsucht. Dabei wurden unter anderem Mobiltelefone, schriftliche Aufzeichnungen, Bargeld und hochwertige Uhren sowie Schmuck sichergestellt.

Am Donnerstagmorgen wurden zudem drei Objekte in Bergisch Gladbach, Brück und Köln durchsucht. Dabei wurde ein weiterer Tatverdächtiger im Alter von 39 Jahren festgenommen. Der bisherige geschätzte Tabaksteuerschaden liegt bei etwa 17 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat darüber hinaus basierend auf den Auswertungen der Kryptochats Ermittlungen gegen fünf Personen im Alter zwischen 37 und 60 Jahren wegen Drogendelikten eingeleitet. Im Raum stehen der Verdacht der unerlaubten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln im dreistelligen Kilobereich sowie von Verstößen gegen das Waffengesetz.

In diesem Zusammenhang konnten zwei weitere Verdächtige vorläufig festgenommen werden. Darüber hinaus wurden unter anderem 940g Marihuana, mehrere Luxusuhren, Bargeld, ein Pkw, ein Sattelzug sowie digitale Datenträger sichergestellt. Die Ermittlungen unter Federführung der Staatsanwaltschaft Aachen dauern an.