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Corona-Lockerungen in NRW: „Fühlt sich an wie eine Neueröffnung“

Corona-Lockerungen in NRW : „Fühlt sich an wie eine Neueröffnung“

Nach dem wochenlangen Lockdown gibt es in Nordrhein-Westfalen wieder erste Öffnungsschritte. Geschäfte, Zoos, Museen und Kosmetikstudios machen wieder auf - allerdings unter Auflagen. Nicht überall gibt es den großen Ansturm.

Aufatmen in Nordrhein-Westfalen: Nach mehreren Monaten coronabedingter Schließungen gab es zum Wochenanfang erste vorsichtige Öffnungen. So etwa im Einzelhandel, wo die Geschäfte nach drei Monaten am Montagvormittag wieder Kundschaft begrüßten. „Das fühlt sich echt an wie eine Neueröffnung“, sagte Lydia Ostwald (49), Filialleiterin der Modekette Sinn in Essen.

Schon zehn Minuten vor Öffnung des vierstöckigen Bekleidungsgeschäfts kam die erste Kundin vorbei, „ganz zufällig nach einem Arztbesuch“, sagte Ella Schauries (59) aus Essen. Sie freue sich sehr, „am Weltfrauentag ein Teilchen“ kaufen zu können. „Das gelbe Pullöverchen lacht mich schon an“, sagte sie mit Blick auf einen Pulloverständer im Eingangsbereich.

Shopping mit Termin: Bevor es losgeht, müssen die Kundinnen und Kunden Name und Adresse auf ein Kärtchen schreiben. Eine Mitarbeiterin notiert die Uhrzeit auf dem Kärtchen und vergibt eine Zählmarke, beides wieder abzugeben beim Verlassen des Geschäfts nach höchstens einer Stunde. Das Ganze läuft reibungslos. 15 Minuten später sind schon 15 Kundinnen und Kunden im Geschäft. Eine telefonische Voranmeldung mit fester Einkaufszeit ist bei diesem Händler ebenfalls möglich.

Auch Besuche im Zoo sind wieder erlaubt, beispielsweise in Münster. „732 Tickets wurden für den ersten Tag versteigert“, sagte Zoo-Sprecher Jan Ruch der Deutschen Presse-Agentur. Die ersten Stunden seien völlig stressfrei über die Bühne gegangen. 1000 Tickets hatte der Zoo in die Versteigerung gegeben, das Kontingent ist also nicht ausgeschöpft worden. Im Schnitt haben die Zoo-Fans 28,40 Euro für ein Ticket bezahlt. „Möglich waren 15 bis 99 Euro“, sagte Ruch. Einige hätten auch die Höchstsumme geboten. Auf dem gesamten Gelände gilt derzeit die Pflicht zum Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes. Ab Dienstag ist ein Besuch des Zoos dann nach vorheriger Online-Buchung eines Zeitfensters möglich.

Etwas Zeit mit der Öffnung lassen sich noch einige große Museen in NRW. Auch hier müssen Besucher vorab einen Termin buchen. Im Düsseldorfer Museum Kunstpalast gibt es seit Montag Karten für eine Heinz-Mack-Ausstellung, geöffnet wird zwei Tage später. Im Essener Folkwang-Museum können Besucher ab Mittwoch ihr Zeitfenster zum Besuch einer Ausstellung mit Großinstallationen des Künstlers Martin Kippenberger buchen.

Voraussetzung für die gelockerten Maßnahmen ist, dass die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen 7 Tagen unter der Marke 100 liegt. Der wichtige Wochenwert stieg nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zuletzt wieder leicht an und lag am Wochenende um die 65.

Bei der Impfkampagne gegen Corona sind in Nordrhein-Westfalen nun Erzieherinnen und Erzieher sowie Tagesmütter dran - und viele haben am Montag erleichtert den Arm für die erste Spritze freigemacht. Dazu gehörte unter anderem Bianca Ahlemeier, von Beruf Tagesmutter, die im Job fünf Kinder im Alter von neun Monaten bis dreieinhalb Jahren betreut. Sie gehörte am Montagmorgen zu den Ersten im Impfzentrum in Köln.

Das Vakzin von Astrazeneca wurde bisher nur Personen unter 65 Jahren verabreicht, diese Altersbegrenzung ist jedoch inzwischen entfallen. Deshalb rechnet Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) damit, dass die Impfungen für die jüngeren Gruppen nicht so schnell vorankommen wie zunächst angenommen. Mittlerweile sind in NRW mehr als eine Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft.

(dpa)