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Posten neu besetzt: Früherer Sonderermittler im Fall Lügde wird LKA-Chef in NRW

Posten neu besetzt : Früherer Sonderermittler im Fall Lügde wird LKA-Chef in NRW

Das Landeskrminalamt bekommt einen neuen Chef: Ingo Wünsch heißt der neue Direktor. Einen Namen machte er sich zuletzt als Sonderermittler im Fall Lügde. In seiner Laufbahn war er auch im Kreis Düren aktiv.

Der frühere Sonderermittler im Fall Lügde, Ingo Wünsch (54), wird neuer Leiter des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA). Das bestätigte das Innenministerium am Freitag. Zuvor hatte der „Spiegel“ über die Personalie berichtet. Wünsch folgt auf Frank Hoever, der im April als Polizeipräsident nach Bonn gewechselt war.

Laut Innenministerium hat das Landeskabinett die Neubesetzung des Top-Postens in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Landesregierung sei damit einem Vorschlag von Innenminister Herbert Reul (CDU) gefolgt.

„Ingo Wünsch ist ein ausgezeichneter Kriminalist mit exzellenten Führungsqualitäten, der sich auf allen Behördenebenen des Landes bestens auskennt. Seine herausragenden Fähigkeiten analytisch und strukturell zu arbeiten, werden unser Landeskriminalamt weiter nach vorn bringen“, teilte Reul am Freitag mit.

Wünsch war von Reul zunächst als Sonderermittler im Missbrauchskomplex Lügde eingesetzt worden. 2019 übernahm er die Leitung der neuen „Stabsstelle zur Revision der kriminalpolizeilichen Bearbeitung von sexuellem Missbrauch an Kindern und Kinderpornografie“ im Innenministerium.

Die Gewerkschaft der Polizei begrüßte die Personalentscheidung. „Ich kenne Ingo Wünsch seit vielen Jahren aus unserem gemeinsamen Dienst im Rhein-Erft-Kreis und freue mich für ihn“, sagte GdP-Landeschef Michael Mertens. „Er verfügt über Empathie und fachliche Kompetenz.“

Wünsch sagte am Freitag laut Mitteilung: „Das Landeskriminalamt steht für Kompetenz und Innovationskraft. Diese besonderen Stärken möchte ich weiterentwickeln. Das gilt in erster Linie für die strategischen Schwerpunkte der NRW-Polizei: Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs, der organisierten Kriminalität und der Clankriminalität, des Rechtsextremismus und des islamistischen Terrorismus sowie von Cybercrime in all ihren Facetten.“

Wünsch, der aus dem Rhein-Erft-Kreis stammt, trat 1986 in den mittleren Dienst bei der Polizei ein und war zunächst Streifenpolizist in Köln.

Er war in der Zeit zwischen 2009 und Anfang 2011 Leiter der Direktion Kriminalität in der Kreispolizeibehörde Düren, danach wurde er zum Polizeipräsidium Köln versetzt.

Zuvor war er Leiter der damaligen Polizeiinspektion Jülich und des damaligen Abteilungsstabs – die es so in der Form heute gar nicht mehr gibt. Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Söhne.

(dpa)