Aachen/Köln/Düsseldorf: Friedlicher Karnevalsauftakt wird von schweren Unfällen getrübt

Aachen/Köln/Düsseldorf: Friedlicher Karnevalsauftakt wird von schweren Unfällen getrübt

Bis in die Abendstunden des Donnerstags hinein feierten die Jecken in den Karnevalshochburgen der Region wie Aachen und Eschweiler weitgehend friedlich. Die meisten Festzelte und Kneipen waren gut besucht, viel fröhliches Volk tummelte sich an den neuralgischen Plätzen und läutete feucht fröhlich den Straßenkarneval ein.

Mit steigender alkoholbedingter Enthemmung sei es zwar laut Polizeiangaben gelegentlich zu karnevalstypischen Auseinandersetzungen gekommen, in der Gesamtbetrachtung sei es jedoch aus polizeilicher Sicht meist ruhig geblieben.

In Aachen feierten dioe Jecken überwiegend friedlich, so wie hier in Burtscheid. Foto: Krömer

Insgesamt musste die Polizei in Aachen an Fettdonnerstag, von 11 Uhr bis 1 Uhr in der Nacht 235 Einsätze bewältigen (davon acht Körperverletzungen, 22 Streitigkeiten, neun Schlägereien, elf Randalierer, und vier Sachbeschädigungen). Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch insgesamt 401 Einsätze.

Im Rahmen von Alkoholkontrollen wurden vor allem in den Abend- und Nachtstunden in der gesamten Städteregion an die 180 Fahrzeuge angehalten und die Fahrer kontrolliert. Fünf alkoholisierte Menschen mussten mit zur Wache, Blutproben wurden entnommen, eine Weiterfahrt untersagt. Drei von ihnen mussten zudem ihren Führerschein komplett abgeben.

Für das Aachener Ordnungsamt war der in der Stadt Fettdonnerstag genannte Tag ein Erfolg. „Wir haben den Donnerstag unerwartet viel besser als befürchtet erlebt“, sagte Amtsleiter Detlev Fröhlke. Dass etliche Jugendliche verbotenerweise mit Alkohol und Zigaretten erwischt wurden, war schon fast der kriminelle Höhepunkt aus Sicht der Stadt.

„Etlichen Wildpinklern wurde ein Verwarnungsgeld angeboten“, heißt es ferner in der Pressemeldung zum Karnevalsauftakt. Einige Streitigkeiten mussten geschlichtet werden und wie immer zu Karneval hatten einige Feiernde so viel Alkohol getrunken, dass sie ärztliche Hilfe benötigten.

In Eschweiler hatten Feuerwehr und Hilfsorganisationen 33 Einsätze, bei denen Personen wegen übermäßigen Alkoholkonsums oder Schlägereien notärztlich versorgt werden mussten. Darunter zwölf Jugendliche unter 18 Jahren, wie Feuerwehrsprecher Axel Johnen mitteilte. Im Vorjahr waren es nur fünf, die ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Ein Grund dafür sei das gute Wetter gewesen. Die jüngste Person, die ins Krankenhaus gebracht werden musste, war ein 15-Jähriges Mädchen.

In Düren dagegen hatte die Polizei nach eigenen Angaben etwas mehr zu tun als im vergangenen Jahr. Sie musste zu 54 Einsätzen mit Bezug zum Karneval ausrücken. Das sind zwanzig Einsätze mehr als im Jahr 2017. 14-mal wurden den Beamten Fälle von Körperverletzung gemeldet. Acht Randalierer und vier Streitigkeiten sorgten ebenso für Beschäftigung wie drei hilflose Menschen.

In drei Fällen richtete sich die Gewalt gegen die Polizisten selber. Bei dem Versuch, Streitigkeiten zu schlichten wurden zwei Beamte leicht verletzt.

Einen ruhigen Altweiberdonnerstag hatte die Polizei in Heinsberg. Es gab lediglich zwölf karnevalsbedingte Einsätze. Insgesamt mussten 25 Platzverweise augesprochen werden. Außerdem wurden fünf Körperverletzungsdelikte angezeigt, bei denen fünf Menschen leichte Verletzungen davontrugen. Bei verschiedenen Personen- und Verkehrskontrollen im Kreisgebiet fielen zwei Autofahrer auf, die ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Alkohol beziehungsweise Betäubungsmittel führten. Sie erhielten jeweils eine Anzeige.

Karnevalist von Straßenbahn überfahren

Anderswo verlief der Tag weit weniger erfreulich. In Brühl bei Bonn stürzte ein 18 Jahre alter Karnevalist an Weiberfastnacht an einer Straßenbahn-Haltestelle auf die Gleise und geriet zwischen zwei Wagen der anfahrenden Bahn. Er starb noch am Unglücksort, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

In Köln kam es zu mehreren Unfällen mit Verletzten. So fiel ein 17-Jähriger im Bärenkostüm laut Feuerwehr von einer Mauer am Tanzbrunnen in den Rhein. Er wurde mit einem Boot an Land gerettet und unterkühlt in ein Krankenhaus gebracht. Ein 21-Jähriger, der zum Feiern aus Dortmund angereist war, lief auf ein Gleisbett, wurde von einer Straßenbahn erfasst und schwer verletzt.

Nach Feuerwehrangaben rückte der Rettungsdienst allein in der Domstadt bis Freitagmorgen zu mehr als 800 Einsätzen aus - etwas weniger als im Vorjahr (gut 950 Einsätze). Die Kölner Polizei war mit rund 1600 Beamten im Einsatz. Zahlreiche aggressive Betrunkene und Straftäter seien frühzeitig aus dem Verkehr gezogen worden.

Ins Eiswasser gestürzt

In Düsseldorf schwebte ein 20-Jähriger am Freitag noch immer in Lebensgefahr, nachdem er am Vortag aus vier Metern Höhe in die eiskalte Düssel gestürzt war. Am frühen Freitagmorgen brach ein Mann im Cowboy-Kostüm in einen teilweise zugefrorenen Weiher ein und kam mit Unterkühlungen in eine Klinik.

Die Düsseldorfer Polizei hatte am Karnevalsdonnerstag deutlich weniger Ärger mit feiernden oder betrunkenen Narren als im vergangenen Jahr. Es seien zwar zwei Menschen festgenommen worden, insgesamt habe die Polizei am Donnerstag und frühen Freitagmorgen aber nur 250 Mal eingreifen müssen.

Im vergangenen Jahr kamen die Beamten noch auf mehr als 350 Fälle. Auch die Zahl der Platzverweise ging zurück von 239 Fällen in 2017 auf 166. Insgesamt 38 Menschen wurden in Gewahrsam genommen, es gab 40 Anzeigen wegen Körperverletzung.

In Bonn nahm die Polizei bis zum späten Abend 14 Menschen in Gewahrsam, die betrunken waren und randalierten. Gemeldet wurden zudem zwei Fälle von sexueller Belästigung und Nötigung. Insgesamt war die Bonner Polizei mit gut 500 Beamten im Einsatz. Die Kollegen in Aachen zählten 235 Einsätze unter anderem wegen Körperverletzungen und Schlägereien. In Krefeld wurde eine 16-Jährige sexuell belästigt.

Im bergischen Voiswinkel fiel ein feiernder 19-Jähriger auf, der noch zwei Wochen Jugendarrest offen hatte - für ihn war Karneval damit bereits zu Ende. Bei vereinzelten Feierlichkeiten im Ruhrgebiet und im Sauerland blieb es nach ersten Angaben der Polizei überwiegend ruhig.

(red/pol/dpa)
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