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Aachen: Friedenspreis für Flüchtlingshelfer

Aachen : Friedenspreis für Flüchtlingshelfer

Der Aachener Friedenspreis 2006 geht an den Verein „Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren”.

Die Auszeichnung würdigt den beharrlichen und friedlichen Kampf des Vereins gegen die Abschiebehaft und seinen Einsatz für inhaftierte Flüchtlinge.Der Aachener Friedenspreis will nach eigenen Angaben von Montag mit seiner Wahl auch ein Zeichen gegen die zunehmend rigorose und unmenschliche Abschiebepolitik setzen.

Der mit 1000 Euro dotierte Preis wird am Antikriegstag, dem 1. September, für Verdienste um Frieden und Verständigung verliehen.

„Wir wollen mit dieser Auszeichnung das Augenmerk der Öffentlichkeit auf die menschenunwürdige Praxis der Abschiebehaft lenken”, sagte der Vorsitzende des Aachener Friedenspreises, Otmar Steinbicker. Seit seiner Gründung habe der Verein etwa 10.000 Häftlinge im größten deutschen Abschiebegefängnis Büren bei Paderborn betreut.

Zwölf ehrenamtliche Helfer leisten wöchentlich 100 Beratungsstunden in der Abschiebehaft, stellen Kontakte zu Anwälten her und begleiten Häftlinge zu Gerichtsverhandlungen.

Der Verein habe die Abschaffung der so genannten Schaukelfesselung erreicht, die Verbindung von Hand- und Fußfesseln auf dem Rücken. Zur Zeit werde eine Strafanzeige gegen die Anstalt in Büren wegen unzureichender medizinischer Versorgung vorbereitet.

Träger des Friedenspreises waren im vergangenen Jahr die Schauspielerin und Brecht-Tochter Hanne Hiob sowie der katholische Theologe und amerikanische Friedensaktivist Roy Bourgois.

In diesem Jahr wurde nur ein Preisträger nominiert, da ein weiterer Kandidat die notwendige zwei Drittel Mehrheit der Mitgliederversammlung nicht erreichte.