Aachen: Friedenspreis äußert heftige Kritik an Ritterorden für Guttenberg

Aachen: Friedenspreis äußert heftige Kritik an Ritterorden für Guttenberg

Der Aachener Friedenspreisverein kritisiert mit scharfen Worten die geplante Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst” durch den Aachener Karnevalsverein (AKV) an Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

„In einer Zeit, in der Deutschlands Soldatinnen und Soldaten am Hindukusch ihr Leben für die wirtschaftlichen Interessen der Kriegsbefürworter einsetzen, ist diese Art von Humor unerträglich”, heißt es in einem am Freitagabend in Aachen veröffentlichten offenen Brief des Vereins an Guttenberg.

Eine unerträgliche Art des Humors?

„Die Mehrzahl der deutschen Bevölkerung ist gegen den Krieg in Afghanistan und bringt für Ihr derzeitiges karnevalistisches Engagement überhaupt kein Verständnis auf”, schreibt der Vorsitzende Karl Heinz Otten. Er kritisiert „die Grausamkeit dieser närrischen Verharmlosung angesichts der leidenden und getöteten Menschen in Afghanistan” und fragt: „Wie ist es für einen Verteidigungsminister möglich, ohne Scham- und Schuldgefühle einen solchen zynischen Akt karnevalistischen Treibens mitzumachen?”

Guttenberg soll den Orden des Aachener Karnevalsvereins am 19. Februar erhalten und eine närrische Ritterrede halten. Der Verein verleiht den Orden für Humor und Menschlichkeit im Amt. Zur Begründung für die Wahl Guttenbergs hieß es, er sei ein offener, ehrlicher und humorvoller Politiker.

Dazu schreiben die Verleiher des Aachener Friedenspreises, die Stadt Aachen stehe in einer bedeutenden europäischen Friedenstradition und sei dieser Friedensethik verpflichtet. Krieg sei das größte Verbrechen und mit allen Mitteln zu vemeiden, es dürfe keinen erlaubten Krieg mehr geben. An die Adresse Guttenbergs heißt es in dem Brief: „Seien Sie versichert, dass Sie außerhalb des Veranstaltungsortes Eurogress hier in Aachen den weiterdenkenden und friedliebenden Menschen nicht willkommen sind.”

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