„Fridays for Future“-Demo erstmals für die ganze Schulwoche in Köln

Fünf-Tage-Nonstop-Demo : „Fridays for Future“ erstmals für die ganze Schulwoche in Köln

„Fridays for Future“-Demos hat es schon viele gegeben. Kölner Schülerinnen und Schüler streiken nun erstmals eine ganze Schulwoche lang - sogar nachts. Auch in den Sommerferien soll es weitergehen

Fridays for Future“ geht auch an anderen Wochentagen: In Köln hat am Montag die erste mehrtägige Schüler-Demo für Klimaschutz begonnen. „Wir sind die erste Ortsgruppe, die eine Woche lang streikt“, sagte Pressesprecherin Leonie Bremer. „Wir erhoffen uns natürlich, dass es deutschlandweit übernommen wird und sich andere Ortsgruppen anschließen.“

Die „Fridays for Future“-Mahnwache soll bis Freitag dauern und mit einem großen Demonstrationszug durch die Innenstadt schließen. Auch nachts soll im Schichtbetrieb weitergestreikt werden - entgegen ursprünglicher Planung allerdings erst ab Dienstagabend. Die demonstrierenden Schüler, Studenten und Auszubildenden mussten am Montag zunächst auf den Bahnhofsvorplatz ausweichen, weil auf dem Alter Markt in der Altstadt noch Abbauarbeiten nach der Christopher-Street-Day-Parade vom Sonntag stattfanden.

Insgesamt rechne man tagsüber mit 500 Teilnehmern, nachts mit 70 bis 80, sagte Bremer. Für diejenigen, die über Nacht blieben, stünden Pavillons und ein Zelt zur Verfügung. Zur Abschlussdemo am Freitag würden noch wesentlich mehr Teilnehmer erwartet.

Bereits am Montagmorgen versammelten sich über 70 Teilnehmer zur Auftaktkundgebung. Die Schüler breiteten Transparente aus mit Aufschriften wie „Das Leben ist zu schön zum Aussterben“, „Verkehrswende statt Weltende“ und „Wenn Freitage nicht reichen, streiken wir die ganze Woche!“. Am Nachmittag wurden Lieder für den Erhalt des Hambacher Waldes gesungen. Für die nächsten Tage ist ein umfangreiches Programm geplant. Dazu gehören ein „Workshop kritische Männlichkeiten“, ein „Poetry Slam Abend“ und „Meditation & Yoga“.

In der Stadt Köln demonstrieren die Klimaschützer von „Fridays for Future“ jetzt noch länger. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Ein Sprecher der Bezirksregierung Köln wies auf Nachfrage darauf hin, dass auch in der letzten Woche vor den Sommerferien unverändert die Schulpflicht bestehe. Ob montags oder freitags gestreikt werde, sei egal. „Schulpflicht besteht bis zum letzten Schultag. Wir sind da der langweiligste Part, wir sind da an das Gesetz gebunden.“

Leonie Bremer sagte dazu: „Dass wir streiken, ist ja nicht neu.“ Der Unterschied zu den Freitagsdemos bestehe noch am ehesten darin, dass jetzt rund um die Uhr gestreikt werde und damit überwiegend außerhalb der Unterrichtszeiten, nämlich nachmittags, abends und nachts. Auch in den Sommerferien werde es jeden Freitag weitergehen, womit das Argument entkräftet sei, die Schülerinnen und Schüler hätten es nur darauf abgesehen, den Unterricht zu schwänzen.

Per Flugzeug in den Sommerurlaub

Bremer wies den Vorwurf zurück, am Samstag würden sicher viele Teilnehmer mit ihren Eltern per Flugzeug in den Sommerurlaub starten. „Ich zum Beispiel fliege überhaupt nicht“, sagte sie. „Ich bin davon überzeugt, dass die meisten hier das auch nicht tun.“

Seit Monaten demonstrieren weltweit vor allem Schüler und Studenten freitags, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Die Bewegung geht auf eine Protestaktion der 16-jährigen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg zurück.

„Wir sehen, dass seit über sechs Monaten nichts passiert ist in der Politik und die Handlungsbereitschaft zu wünschen übrig lässt“, sagte Bremer. „Deshalb sehen wir uns gezwungen, die Woche durchzustreiken.“

(dpa)