Düsseldorf: Freispruch nach Raubmord an Kleingärtner

Düsseldorf : Freispruch nach Raubmord an Kleingärtner

Der Mord an einem Düsseldorfer Kleingärtner bleibt vermutlich ungesühnt. Das Düsseldorfer Landgericht hat am Mittwoch einen 19-Jährigen nach drei Monaten Prozessdauer vom Mordvorwurf freigesprochen.

Im Prozess hatten Zeugen ausgesagt, die das Opfer noch lebend gesehen hatten, als es der Anklage zufolge längst hätte tot sein müssen. Der Haftbefehl gegen den vorbestraften 19-Jährigen wurde aufgehoben. Auch der Staatsanwalt hatte schließlich einen Freispruch beantragt: „Im Zweifel für den Angeklagten”.

Die gefrorene Leiche von „Lauben-Toni” war erst mehrere Wochen nach der Tat in dessen Laube entdeckt worden und der Todeszeitpunkt von der Gerichtsmedizin nicht mehr genau zu bestimmen. Am Tatort entdeckten die Ermittler einen Fingerabdruck des vorbestraften 19-Jährigen. Außerdem hatte ein Taxifahrer ihn als den jungen Mann beschrieben, den er zusammen mit „Lauben-Toni” zu der Gartenanlage gefahren habe.

Zudem hatte sich ein Wirt erinnert, dass das spätere Opfer und der Verdächtige kurz zuvor in seiner Kneipe waren. Die Ermittler gingen von einem Raubmord aus, weil Elektrogeräte in der Laube fehlten. Der 19-Jährige hatte die Tat zunächst vergeblich bestritten. Nach der Festnahme durch eine Spezialeinheit saß er seit März in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen heimtückischen Mordes aus Habgier angeklagt. Verurteilt wurde er nur wegen eines Überfalls auf eine Tankstelle: Deswegen wurde er am Mittwoch zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, sagte ein Gerichtssprecher. Vorbestraft war er wegen Diebstahls und Hehlerei.

Die Leiche von „Lauben-Toni” war von anderen Kleingärtnern in der Laube entdeckt worden, in der er auch gewohnt hatte. Die halbnackte Leiche wies mehrere Stichwunden auf, darunter auch tödliche Einstiche in Herz und Lunge. Im Bett und an den Wänden klebte Blut. Der Getötete hatte ein bewegtes Leben geführt. Die Mordkommission ermittelte in der Folge sieben Kinder des Opfers, von denen einige noch gar nichts voneinander wussten.

(dpa)