Bonn: Freispruch im Prozess um Tod einer Bonner Millionärin

Bonn : Freispruch im Prozess um Tod einer Bonner Millionärin

Im Prozess um den Tod einer Bonner Millionärin ist die 57-Jährige Angeklagte am Freitag vom Vorwurf des heimtückischen Mordes freigesprochen worden.

Nach zweimonatigem Indizienprozess gebe es am Ende mehr Fragezeichen als Klarheit, sagte der Vorsitzende des Bonner Schwurgerichts im Urteil.

Eine Schuld an dem Verbrechen sei der Angeklagten nicht nachzuweisen, es spreche sogar vieles dafür, dass die Unternehmensberaterin nicht die Täterin gewesen sei. Nach fast neunmonatiger Untersuchungshaft wurde die Frau auf freien Fuß gesetzt. Für die erlittene Haftzeit muss sie auf Staatskosten entschädigt werden.

Die Angeklagte hatte die mit ihr befreundete gleichaltrige Millionärin Ende Januar dieses Jahres tot in ihrer Villa gefunden. Das Opfer war mit einer Porzellanvase schwer verletzt und schließlich erstickt worden.

Die Angeklagte hatte damals den Notarzt gerufen und erfolglos versucht, das Opfer zu reanimieren. Zunächst war die Mutter von zwei erwachsenen Kindern als Zeugin vernommen werden. Fünf Tag später wurde sie als dringend tatverdächtig festgenommen. Seitdem saß sie in Untersuchungshaft.

Laut Staatsanwaltschaft, die den Fall als Mord zur Verdeckung einer Straftat angeklagt hatte, soll die Angeklagte das Opfer um 18 400 Euro betrogen haben. Aber auch dieser Betrug sei nicht eindeutig belegt, entschieden die Bonner Richter. Damit sei auch das Motiv für die Tat ein Fragezeichen.

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