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Prozessbeginn: Frau soll heimlich Neugeborenes getötet haben

Prozessbeginn : Frau soll heimlich Neugeborenes getötet haben

Eine 23 Jahre alte Frau aus Kerpen bei Köln soll ihre Schwangerschaft verborgen, ihre Tochter heimlich entbunden und anschließend getötet haben.

Seit Dienstag steht die Deutsche wegen Totschlags an dem Neugeborenen vor dem Kölner Landgericht.

Laut Anklage soll die Frau in der Nacht auf den 19. April 2021 „nach einer erfolgreich verheimlichten Schwangerschaft“ ihre „lebende und lebensfähige Tochter“ zur Welt gebracht haben. Anschließend habe sie die Nabelschnur mit einem Cuttermesser durchtrennt.

Aus Angst, die nebenan schlafenden Eltern könnten von den Lauten des Babys geweckt werden, soll die Angeklagte ihrer Tochter zunächst mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben, bevor sie das Neugeborene mit einer Plastiktüte und einem Ladekabel erdrosselt haben soll. Anschließend habe sie den Leichnam in einen Pulli gewickelt und später im Bettkasten versteckt.

Die Angeklagte folgte der Anklageverlesung weinend. „Unsere Mandantin ist über sich selbst sehr erschüttert. Sie räumt die Tötung des Kindes ein“, hieß es in einer Verteidigererklärung. „Sie empfindet das Geschehen als Tragödie, die nur Verlierer kennt“, sagte ein Anwalt. Über den Vorgang des Tötens, den sie wie im Film erlebt habe, sagte die Angeklagte auf Nachfrage: „Das war nicht ich in diesem Moment. Ich wollte, dass sie aufhört zu schreien, aber nicht, dass sie stirbt.“

(dpa)