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In eigener Sache: Fragen und Antworten zur Verschmelzung von „Nachrichten“ und „Zeitung“

In eigener Sache : Fragen und Antworten zur Verschmelzung von „Nachrichten“ und „Zeitung“

Die Abonnenten der „Aachener Nachrichten“ werden die ihnen vertraute Lokalzeitung künftig unter einem neuen Namen in ihrem Briefkasten vorfinden: „Aachener Zeitung“. Durch diesen Verschmelzungsprozess entstehen mit Sicherheit viele Fragen, auf die Sie hier Antworten finden.

Warum verschmelzen Sie die beiden Lokalzeitungen?

Die Verschmelzung von „Aachener Zeitung” und „Nachrichten” ist das Ergebnis einer Entwicklung, die im Prinzip 1975 begann. Das damalige Zusammenführen der beiden Zeitungen unter einem Verlagsdach („Aachener Modell“) war der erste Schritt einer Annäherung der beiden Konkurrenzblätter mit je eigenem politischen Profil. Seit 2003 werden die zwei Zeitungen von einer Redaktion produziert, was sich auch in einer inhaltlichen Annäherung niederschlug. Zuletzt fragten uns immer mehr Leserinnen und Leser, warum wir überhaupt zwei inhaltlich gleiche Zeitungen mit lediglich anderen Namen produzieren. Deswegen sprechen wir auch nicht von einer Einstellung der „Aachener Nachrichten“ mit ihren Lokalausgaben, sondern von einer Verschmelzung beider Zeitungen.

Ist das eine Einsparmaßnahme?

Schon 1975 und 2003 war das Ziel der Maßnahmen, rechtzeitig auf die neuen Herausforderungen einer sich verändernden Medienlandschaft zu reagieren, um auch künftig lokalen Qualitätsjournalismus anbieten zu können. Wie die damalige dient auch die jetzige Entscheidung der Einsparung von Ressourcen. Durch die Verschmelzung von „Nachrichten“ und „Zeitung“ sparen wir Papier, Druckplatten und Arbeitszeit. Diese Ersparnis ist aber kein Selbstzweck. Wir wollen unsere Energie bündeln, um uns noch besser für die journalistische Zukunft zu rüsten.

Wenn Ihre Kosten sinken, sinkt dann auch der Abo-Preis?

Leider nein. Durch die Verschmelzung federn wir in einem ersten Schritt Anpassungen des Abopreises ab, die durch die derzeitige Kostenentwicklung (Energie und Papier) unumgänglich wären.

Warum bauen Sie in dieser Situation ein neues Gebäude?

Das alte Verlagsgebäude stammt aus den 1970er Jahren und hätte dringend saniert werden müssen. Diese Sanierung wäre teurer und weniger nachhaltig als ein Neubau geworden. Das neue Gebäude verfügt über eine zeitgemäße Aufteilung und bietet Platz für Veranstaltungen und Dialog. Das Gebäude gehört übrigens nicht dem Medienhaus Aachen, sondern ist angemietet.

Warum bleibt der Name „Zeitung“ erhalten und nicht der Name „Nachrichten”?

Die „Zeitung“ hat eine höhere Auflage, was für uns den Ausschlag gegeben hat. Das wird sich für die Leserinnen und Leser der „Nachrichten“ vermutlich herzlos anhören, wir mussten aber eine Entscheidung treffen. Im Gespräch war übrigens zu Beginn auch ein ganz neuer Name. Von dieser Idee haben wir uns aber relativ schnell wieder verabschiedet.

Wie wird die Zeitung künftig genau heißen?

Es ändert sich nur der „Nachname“. Aus den „Aachener Nachrichten“ wird die „Aachener Zeitung“, aus den „Dürener Nachrichten“ die „Dürener Zeitung“, aus den „Eifeler Nachrichten“ die „Eifeler Zeitung“ und so weiter.

Was passiert mit der Webseite aachener-nachrichten.de?

Wir wollen künftig sowohl im Gedruckten als auch im Digitalen mit einer starken Medienmarke auftreten. Deswegen werden auch unsere Webseiten künftig unter dem Namen aachener-zeitung.de geführt. Inhaltlich ändert sich auch hier nichts. Die ersten Schritte werden hierzu in den kommenden Wochen eingeleitet.

Das Medienhaus hat einen neuen Mehrheitseigentümer. Wurde die Verschmelzung von Mediahuis veranlasst?

Wie oben bereits beschrieben, sind die Überlegungen zur Zusammenlegung der beiden inhaltlich deckungsgleichen Zeitungen deutlich älter als das Kaufinteresse unseres neuen belgischen Mehrheitseigentümers Mediahuis. Die Verschmelzung ist inhaltlich getrieben und sowohl journalistisch als auch ökonomisch konsequent und folgerichtig. Obgleich die Entscheidung maßgeblich in Aachen getroffen wurde, haben wir im Vorfeld Rat etwa von unseren neuen Kolleginnen und Kollegen von „De Limburger“ eingeholt, die vor Jahren einen ähnlichen Prozess mit ihren beiden Lokalzeitungen vollzogen haben. Das ist einer der großen Vorteile der Mediahuis-Gruppe: Wir arbeiten eng und vertrauensvoll mit unseren belgischen und niederländischen Nachbarn in Hasselt und Maastricht zusammen, die ebenfalls zu Mediahuis gehören.

Warum passiert das Ganze erst jetzt?

Vorher war die Zeit noch nicht reif. Neben vielen komplexen juristischen Fragestellungen, die zu klären waren, haben wir uns diese Entscheidung naturgemäß nicht leicht gemacht, weil auch unsere Herzen an AZ und AN hängen. Nun aber ist es wichtig, dass wir den nächsten Schritt in die Zukunft gehen. Weil wir fest daran glauben, dass es einen großen Bedarf an unabhängigem Journalismus gibt. Ein Bedarf, der vielleicht selten größer war.

Muss man sich Sorgen um den Lokaljournalismus machen?

Sie werden wissen, dass die Medienlandschaft sich seit zwei Jahrzehnten in starken Umbrüchen befindet. Da gehören Sorgen gewissermaßen zum Alltag. Unsere Aufgabe ist es, auf solche Sorgen frühzeitig zu reagieren, damit aus ihnen keine Angst wird. Die Verschmelzung der beiden Titel dient der vorausschauenden Zukunftssicherung. Wir müssen handeln, um auch in Zukunft handlungsfähig zu sein.

Wird wegen der Verschmelzung jemand entlassen?

Nein.

Wann passiert das Ganze?

Wir planen, die Verschmelzung zum Jahreswechsel umzusetzen.

Müssen Kunden der „Nachrichten“ ein neues Abo abschließen?

Nein. Die Abo-Verträge bleiben unberührt und gelten weiterhin zu den aktuellen Konditionen. Natürlich informieren wir unsere Kundinnen und Kunden vor der Verschmelzung über den konkreten Termin. Wichtig ist: Sie erhalten weiterhin wie gewohnt die Zeitung nach Hause geliefert.

Ganz ehrlich: Wie lange wird es eine Print-Zeitung überhaupt noch geben?

Ganz ehrlich: Wir wissen es nicht. Die Auflagen nahezu aller Regionalzeitungen sinken. So auch unsere. Aber: Unsere digitalen Kanäle erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Die Verschmelzung von „Nachrichten“ und „Zeitung“ dient auch dazu, die Lebensdauer der gedruckten Regionalzeitung zu verlängern. Wir wünschen uns, dass Kundinnen und Kunden unseren guten Lokaljournalismus so lesen, hören und schauen können, wie sie es möchten. Egal, ob gedruckt, als E-Paper oder im Web. Deshalb haben wir unser Angebot im Netz vor Kurzem für alle Printkunden ohne Zusatzkosten freigeschaltet. Die Registrierung finden Sie hier: aachener-zeitung.de/komplett