Förster und Mediziner warnen vor Zecken im Sommer

Perfekte Bedingungen : Förster warnen vor Zeckenplage

Zecken über Zecken auf Hose, T-Shirt, Schuhen – und dabei war es gerade einmal ein halbstündiger Spaziergang im Wald. Das ist die Horror-Vorstellung von Naturliebhabern, Hundebesitzern und Eltern. Tatsächlich könnte es diesen Sommer genau dazu kommen. Davor warnen Mediziner und Förster gleichermaßen.

„Das vergangene Jahr war sehr warm und sonnig mit verhältnismäßig wenig Niederschlag“, sagt Dietmar Altrogge, Leiter des Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein. Unter seine Verantwortung fällt das größte Waldgebiet in NRW. Das letzte Mal habe es solche Bedingungen 1947 gegeben. „Das sind die besten Bedingungen für Insekten und es führt dazu, dass sie sich alle stark vermehren und weiterbilden konnten – auch die Zecke.“

Mediziner be­obachten diese Entwicklung mit Besorgnis, weil Zecken Überträger von Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sein können. Unerkannt und unbehandelt kann die Borreliose zu chronischen Schädigungen des Herzens, der Nerven und der Gelenke führen. Bei FSME handelt es sich um eine Erkrankung, die auch die Hirnhäute angreift.

Doch nicht nur die heimischen Zeckenarten dürften sich deutlich vermehrt haben. Mediziner warnen vor allem vor solchen Tieren, die aus wärmeren Gefilden einwandern und schwere Krankheiten mitbringen könnten. Dazu zählt die sogenannte Super-Zecke. Sie wird fünfmal größer als heimische Artgenossen und kann Träger einer gefährlichen Erkrankung sein. Ihr richtiger Name ist Hyalomma-Zecke. Ursprünglich ist sie in Südeuropa, Afrika und Asien zu Hause. 2018 wurden jedoch in verschiedenen Bundesländern Exemplare der Super-Zecke entdeckt, im Oktober auch in NRW. Die Zecke kann das Krim-Kongo-Virus übertragen,  das sogenanntes hämorrhagisches Fieber auslösen kann. Dabei kommt es zu Blutungen am ganzen Körper. „Die Hyalomma-Zeckenart könnte in Deutschland Einzug halten“, sagt Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim.

Den besten Schutz gegen Zecken bietet beim Spaziergang durch den Wald lange und helle Kleidung. Außerdem gibt es Sprays, die Zecken abwehren. Wer häufig in der Natur unterwegs ist oder in einem Zeckengebiet wohnt, sollte sich außerdem gegen FSME impfen lassen.

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