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Aachen: Flüsse sind keine Spielplätze

Aachen : Flüsse sind keine Spielplätze

Wenn die Sonne die Temperaturen in die Höhe treibt, sind viele Menschen auf der Suche nach Abkühlung. Abwechslung bietet der Aufenthalt an Bächen und Füssen wie Rur, Wurm und Inde.

Das ist aber auch mit großen Gefahren verbunden, darauf weist der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) hin.

Ein Betreten von Fließgewässern, also Bächen, Flüssen oder Kanälen, ist nicht ausdrücklich untersagt. Ausnahmen sind Naturschutzgebiete, Wehranlagen, eingezäunte Abschnitte und auf andere Art kenntlich gemachte Verbotszonen. Flüsse und Bäche sind aber keine Badegewässer, warnt der Verband.

„Unter der Wasseroberfläche lauert eine Vielzahl von Risiken, die von oben oft nicht zu sehen sind. Steine können durch Algenaufwuchs rutschig sein, der Untergrund ist uneben, tiefe und seichte Stellen können eng beieinander liegen. Die Gefahr eines Sturzes ist sehr hoch”, erklärt Marcus Seiler vom WVER.

Wer sich verletzte und flach ins Wasser falle, könne auch bei relativ geringen Wassertiefen ertrinken. Eine zusätzliche Gefahr seien auch im Wasser mitgeschwemmtes Treibgut, schwankende Wasserstände und nicht sichtbare Strömungsverhältnisse.

Tod in der Wasserwalze

Seiler erinnert an einen tragischen Unfall zweier Männer in der Rur bei Düren. Im Mai 2005 waren ein 40-jähriger und ein 34-Jähriger Mann tödlich verunglückt. Die beiden hatten in Höhe der Eisenbahnbrücke mit einem Freund am Ufer Ball gespielt.

Nachdem der Ball ins Wasser gefallen war, sprang der 34-Jährige hinterher und geriet in die gewaltige Wasserwalze des Wehrs. Weil er nicht mehr auftauchte, sprang der 40-Jährige in den Fluss. Doch auch er geriet in die Strömung und ging unter. Passanten gelang es, die beiden an Land zu ziehen. Beide starben später im Krankenhaus.

„Der Aufenthalt an Wehren ist wegen der sich unterhalb der Absturzkante bildenden Wasserwalze lebensgefährlich”, sagt Seiler. Das gelte auch für Sprünge in vermeintlich tiefes Wasser.

Der WVER rät deshalb in der warmen Jahreszeit allen Erfrischungssuchenden, die Fließgewässer zu meiden. Diese könnten nicht komplett abgeriegelt und eingezäunt werden.

Darum appelliert der Verband an die Eigenverantwortung. Eltern sollten ihre Kinder warnen, dass Bäche und Flüsse keine Spielflächen seien. Seiler: „Wer dennoch Abkühlung im Wasser sucht, soll auf Badeanstalten und ausgewiesene Badeseen ausweichen.”