Flüge am Flughafen Köln/Bonn wegen Schneefall ausgefallen

Winter in NRW : Autos stehen, Flugzeuge warten und ein Zoo schließt

Schnee, Eis und Glätte: Für viele Autofahrer in NRW wurde der Weg am Donnerstag zur Herausforderung. Vor allem im Rheinland gab es heftige Schneefälle, in Köln musste sogar der Flughafen den Betrieb unterbrechen. „Winterlich geprägtes Wetter“ wird auch in den kommenden Tagen erwartet.

Heftige Schneefälle haben am Donnerstag die Millionenstadt Köln teilweise lahmgelegt. Der Flughafen Köln/Bonn musste vorübergehend alle Starts und Landungen canceln, um die Bahnen freizuräumen. Die vorübergehende Stilllegung wegen starker Schneefälle habe von 8.30 Uhr bis 11 Uhr gedauert. 16 Flüge wurden gestrichen. Dabei gehe es um zehn Abflüge und sechs Ankünfte, sagte eine Sprecherin des Flughafens. „Wir rechnen über den Tag noch mit Beeinträchtigungen“, sagte die Sprecherin.

Auf den Kölner Straßen kam es zu mehreren Unfällen, unter anderem auf der A4 bei Klettenberg mit drei beteiligten Autos. Das führte zu mehreren Kilometern Stau. „Ansonsten war es im Stadtbereich relativ ruhig“, sagte ein Polizeisprecher. Es habe mehrere Unfälle gegeben, aber immer nur mit Blechschaden. „Die Leute fahren langsam, aber nicht langsam genug“, mahnte er. „Einen Riesen-Verkehrskollaps oder sowas haben wir nicht gehabt.“ Zu Verspätungen kam es bei den Straßenbahnen.

Tief verschneit zeigte sich auch Bonn. Innerhalb von drei Stunden verzeichnete die Polizei 30 schneebedingte Unfälle. Die Streuwagen kamen wegen der vielen Staus oft nicht durch. „Wir hatten auch Schneelast, also große Äste, die auf die Fahrbahn gefallen sind“, sagte ein Polizeisprecher. „Gott sei Dank, wenn's Verletzte gab, dann bislang nur leichtere Verletzungen.“

In Wuppertal hatte der Busverkehr Probleme, vor allem bei Steigungen. Der Zoo der bergischen Stadt blieb geschlossen: Schwere Schneelast auf dem alten Baumbestand und rutschige Wege an den steilen Hängen seien ein zu hohes Risiko für Besucher, teilte die Stadt mit.

Auch in anderen Teilen von Nordrhein-Westfalen machte den Autofahrern die Witterung zu schaffen. Auf den Pendlerstrecken habe es teils „erhebliche Staus“ geben, sagte ein Sprecher der Polizei in Düsseldorf. Laut WDR-Staumelder stockte der Verkehr am Morgen in ganz NRW zeitweise auf einer Gesamtlänge von rund 400 Kilometern.

„Der Winterdienst läuft auf vollen Touren“, teilte der Landesbetrieb Straßen.NRW in Gelsenkirchen nach dem Schnee-Chaos mit. Seit dem 1. November seien rund 37 500 Tonnen Salz verbraucht worden. Zum Vergleich: In den 220 Salzhallen des Landesbetriebs waren vor der Saison rund 130 000 Tonnen eingelagert worden.

Durch Schnee und Eis gab es von Mittwochfrüh bis Donnerstagfrüh mehr als 1000 Verkehrsunfälle in NRW, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurden 14 Menschen schwer und 63 leicht verletzt. Den entstandenen Schaden schätzt die Polizei auf mehr als drei Millionen Euro.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet auch in den kommenden Tagen „Winterlich geprägtes Wetter“. „Immer wieder gibt es Phasen mit Schnee, in tiefen Lagen ist auch Regen dabei“, sagte DWD-Meteorologin Cornelia Urban in Essen. In tieferen Lagen steigen die Temperaturen tagsüber auf knapp über Null, nachts friert es. Dann bestehe Glättegefahr. Im Bergland herrscht Dauerfrost.

(dpa)
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