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Waldbrände in NRW: Feuerwehrleute bekämpfen Großbrand im Grenzgebiet

Waldbrände in NRW : Feuerwehrleute bekämpfen Großbrand im Grenzgebiet

Weil es schon viele Wochen nicht mehr richtig geregnet hat, haben Feuer in Wald und Heide derzeit leichtes Spiel. Seit Montag ist die Feuerwehr in Nordrhein-Westfalen gleich an drei Stellen im Großeinsatz. Auch im grenznahen Nationalpark De Meinweg brennt es.

Waldbrände sorgen seit Montag in Nordrhein-Westfalen für Großeinsätze der Feuerwehren. Auch ein Großbrand in einem niederländischen Nationalpark an der Grenze zum Kreis Heinsberg macht den Einsatzkräften zu schaffen. Die Löscharbeiten würden durch starken Wind erschwert, sagte ein Sprecher der Sicherheitsbehörden der Provinz Limburg am Dienstag im niederländischen Radio.

Im Nationalpark De Meinweg wurden nach Angaben der Behörden bereits rund 100 Hektar Wald zerstört. Das Feuer war am Montagabend aus unbekannter Ursache ausgebrochen und hatte sich nach Angaben der Feuerwehr schnell ausgebreitet. In der Nacht schien es zunächst unter Kontrolle zu sein, war jedoch am Dienstagmorgen durch den starken Wind erneut aufgeflammt.

An der Brandbekämpfung waren nach Angaben des Kreises Viersen rund 500 Feuerwehrleute aus Deutschland und den Niederlanden beteiligt. Die örtlichen Feuerwehren würden von Kräften aus Düsseldorf, Neuss, Duisburg, Wesel, Mülheim, Kleve, Mettmann, Essen und Oberhausen unterstützt, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Auch aus dem Kreis Heinsberg, Mönchengladbach und Aachen waren Einsatzkräfte im Einsatz, genau so wie ein Hubschrauber.

Das Gebiet liegt auf niederländischer Seite nahe dem Ort Herkenbosch. Auf deutscher Seite grenzt es an den Kreis Heinsberg und den Kreis Viersen. Ob die Brände auch auf deutschem Gebiet wüteten, war zunächst unklar. Zunächst habe eine Heidefläche gebrannt, hieß es in Viersen. Man habe sie auf einer Länge von 2000 Metern abbrennen lassen, damit das Feuer nicht auf einen nahegelegenen Kiefernwald übergreife. Löschwasser habe man aus dem sieben Kilometer entfernten Fluss Schwalm herbeigeschafft. Spezialfahrzeuge der Feuerwehr verlegten dazu eine Schlauchleitung mit Pumpstationen von dem Fluss zu einem Weiher namens Melickerven, der auf der Grenze liegt. Dort können kleinere Löschfahrzeuge dann Wasser entnehmen und den Brand bekämpfen, wie ein Sprecher der Feuerwehr Essen sagte. Pro Minute würden mehrere Tausend Liter Wasser gepumpt.

Am Montagabend hat ein ausgedehnter Flächenbrand in Heimbach die Feuerwehr in Atem gehalten. Dort waren rund 100 Einsatzkräfte vor Ort, um die Flammen zu löschen. Das Feuer wurde noch am Abend unter Kontrolle gebracht.

In Gummersbach hatten am Montag gut 35 Hektar Wald in Flammen gestanden, zeitweise hing eine riesige Rauchwolke über der Stadt im Oberbergischen Kreis. Ein Feuerwehrsprecher sagte am Dienstagmorgen, der Brand sei zu einem großen Teil gelöscht. Es gebe noch vereinzelt Brandherde, die gut 200 Einsatzkräfte seien bei den Nachlöscharbeiten. An dem Einsatz waren auch zwei Polizeihubschrauber mit Löschwassergefäßen und Flugfeld-Löschfahrzeuge vom Airport Köln/Bonn beteiligt.

Bei Wenden im Kreis Olpe hatten bis zu 400 Feuerwehrleute einen Waldbrand auf einer Fläche von rund drei Hektar bekämpft, nachdem die Flammen am Montagabend ausgebrochen waren. Am Dienstagmorgen wurden noch Glutnester gelöscht. Bei dem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann leicht verletzt und vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.

Problem für Land- un Forstwirtschaft

Auch Land- und Forstwirtschaft beobachten die anhaltende Trockenheit mit Sorge. Niederschläge sind derweil weiter nicht in Sicht. Vor allem für neu angepflanzte Bäume sei die Lage problematisch, sagt Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Der Grund: Der Oberboden sei bis in eine Tiefe von 15 Zentimetern sehr trocken. Darunter sei es allerdings noch einigermaßen feucht. „Das reicht für die meisten Bäume noch aus.“ Hinzu komme die Belastung durch Borkenkäfer. Zwar könnten sich Fichten mit Harz gegen den Schädling wehren. Das könnten sie aber nur bilden, wenn genügend Wasser vorhanden sei. Auch der Waldbauernverband NRW beklagt laut Geschäftsführerin Heidrun Buß-Schöne „jetzt schon Borkenkäfer-Schäden“. Grund seien die Trockenheit und der milde Winter, den viele Käfer überlebt hätten.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet für die nächsten Tage weiterhin viel Sonne bei steigenden Temperaturen. „In nächster Zeit ist kein Regen in Sicht, wahrscheinlich bis einschließlich Freitag“, sagt DWD-Meteorologin Ulrike Zenkner. Am Donnerstag soll es mancherorts in NRW bis zu 25 Grad warm werden. Doch Achtung: Im Bergland ist in den Nächten weiterhin Bodenfrost möglich. Ob es am Wochenende regnen könne, sei noch offen. „Einige Modelle deuten das an.“ Insgesamt sind laut Regionalem DWD-Klimabüro im April in NRW im Schnitt erst zwei Liter Regen pro Quadratmeter gefallen.

Das anhaltend trockene Wetter sehen Landwirte und Waldbesitzer mit Sorge. Foto: dpa/Ole Spata

Auch Landwirte beobachten die Wetterlage genau: „Die Lage ist auf keinen Fall dramatisch. Regen wäre trotzdem dringend nötig“, sagt Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer NRW. Nach wie vor sei reichlich Wasser im Boden. Allerdings hätten die Pflanzen, die im Frühjahr gesät wurden oder noch werden, Schwierigkeiten, an das Wasser heran zu kommen.

Gras könne bald gemäht werden. „Aber wenn das dann ab ist, kommt nicht mehr viel nach, wenn es nicht regnet.“ Wintergetreide sehe noch ganz gut aus. „Bei Sommergetreide wie Braugerste oder Hafer ist es schon schwieriger.“ Zuckerrübensamen keimten teilweise nicht, weil es zu trocken sei.

Nach den Erfahrungen der vergangenen beiden trockenen Jahre schauten die Bauern früher als sonst besorgt auf die Lage. „Noch so ein Dürrejahr würde für viele Betriebe ein existenzielles Problem bedeuten.“ In vielen Betrieben seien die Reserven aufgebraucht.

(dpa/jas)