Düsseldorf/Bad Honnef: Fertighausbauer winken ab: Bauten für Flüchtlinge nicht zu machen

Düsseldorf/Bad Honnef : Fertighausbauer winken ab: Bauten für Flüchtlinge nicht zu machen

Zelte sind zu kalt, Häuser zu aufwendig. Holzbauten mit Fertigteilen könnten auf der Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge eine Lösung sein. Das Land hat deshalb einen Beratungsservice für Kommunen eingerichtet, die Unterkünfte aus Holz bauen wollen.

Die Holzbranche habe versichert, dass es ausreichende Kapazitäten gebe, sagte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag. „Die Kommunen und andere Bauträger können also loslegen.” Das Land selbst will nach Angaben eines Regierungssprechers keine Holzunterkünfte in größerer Zahl bauen.

Bis zu dreigeschossige Holzbauten seien nach Landesbauordnung ohnehin möglich, sagte Bauminister Michael Groschek (SPD). Über eine Abweichungsgenehmigung könnten bis zu fünfgeschossige Holzbauten errichtet werden. Remmel verwies auf die kurzen Bauzeiten. Kleinere Objekte können inklusive der Planungs- und Genehmigungsphase innerhalb von zwei bis drei Monaten errichtet werden, bis zu dreistöckige Bauten innerhalb von fünf bis sechs Monaten.

Allerdings winken die Fertighausbauer ab: Schnell und in großer Zahl ließen sich neue Häuser für Flüchtlinge nicht produzieren. „In kurzer Zeit deutlich mehr neuen Wohnraum zu schaffen als bislang vorgesehen, lassen die vollen Auftragsbücher vieler Fertighaushersteller nicht zu”, erklärte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau, Johannes Schwörer.

Es sei vor allem eine Frage der Qualität der Gebäude, in denen die Zuwanderer unterkommen sollen. Das Produkt der Fertighaus-Hersteller sei das „individuell geplante und hochwertige Zuhause”, nicht der schnelle und billige Behelfsbau, sagte Schwörer. Kommunale und private Investoren könnten dies dementsprechend auch nicht so erwarten.

Brandneu ist die Idee nicht: Am Flughafen Frankfurt-Hahn entsteht bereits eine Flüchtlingssiedlung mit Holzhäusern, auch in Mülheim an der Ruhr wird eine Ansammlung gebaut. An Schulen werden zudem schon Holzcontainer eingesetzt.

(dpa)