Aachen: Ferienstart in NRW: Ansturm auf Straßen und Flughäfen rückt näher

Aachen : Ferienstart in NRW: Ansturm auf Straßen und Flughäfen rückt näher

Nordrhein-Westfalen startet an diesem Wochenende in die Sommerferien. Vor allem am Freitag rechnet die Straßen.NRW-Verkehrszentrale daher mit wesentlich mehr Verkehr und Stau auf den Autobahnen. Am Samstag und Sonntag soll die Lage entspannter aussehen.

Straßen.NRW prognostiziert, dass am Freitag ab 14 Uhr der Verkehr schnell ansteigt. Bis 19 Uhr müssen Verkehrsteilnehmer damit rechnen, dass die Autobahnen voller sind. Besonders betroffen sind die Strecken, die in Richtung Küsten führen, wie etwa die A1, die A3, die A40, die A57 und die A61. Auf der A1 ist besonders im Bereich um Dortmund und Unna, Osnabrück und Bremen mit erheblichen Staus zu rechnen.

Auf der A3 sind im gesamten Abschnitt zwischen Köln und Oberhausen in beide Fahrtrichtungen sowie ab dem Ruhrgebiet in Richtung der Niederlande Staus zu erwarten. Im Großraum Köln muss auf den Autobahnen A1, A3, A4 und A57 mindestens mit einer angespannten Verkehrslage gerechnet werden.

Wer zum Urlaub an die Küste der Niederlande reisen möchte, sollte beachten, dass die A61 ab Freitag, 13. Juli, 21 Uhr bis Montag, 16. Juli, 5 Uhr zwischen Nettetal-West und dem Grenzübergang Grenzwald in Richtung Venlo gesperrt ist. Es werden Brückenarbeiten auf der niederländischen A73 durchgeführt.

Neben den Arbeiten an der Lennetalbrücke bei Hagen findet auf der A45 zwischen Hagen-Süd und Lüdenscheid-Süd in beiden Richtungen Bauarbeiten statt. Auch auf den Abschnitten Drolshagen bis zum Autobahnkreuz Olpe-Süd sowie von Siegen bis zur Landesgrenze Hessen ist mit Behinderungen zu rechnen.

Der Verkehr in Richtung Venlo läuft seit Anfang Juli zwischen den Kreuzen Jackerath und Holz auf der neuen A44n. In Fahrtrichtung Koblenz wird der Verkehr wie bisher auf der A61 umgeleitet.

Ab Dienstag, 10. Juli, stehen auf der A1 im Bereich der Talbrücke Volmarstein in Richtung Köln wieder drei statt der bisher zwei Fahrstreifen zur Verfügung. Bis voraussichtlich Ende August wird der Verkehr den zusätzlichen Streifen nutzen können, bevor die Baustelle wieder verengt wird.

Am besten früh oder spät fahren

„Am frühen Morgen sowie am späten Abend und in der Nacht sind die Chancen wesentlich besser, mit wenig Staus ans Ziel zu kommen”, rät der ADAC. Wer flexibel sei, sollte auf einen anderen Reisetag unter der Woche ausweichen, zum Beispiel auf den Dienstag.

Zu dem erhöhten Verkehr kommen die laut ADAC etwa 170 Baustellenabschnitte, die für zusätzliches Staupotenzial sorgen. Etwas Erleichterung verspricht sich der Automobilclub jedoch vom erweiterten Lkw-Fahrverbot, das seit Anfang Juli bis Ende August auch samstags tagsüber gilt. Außerhalb der Sommerferien müssen Lastwagen nur am Sonntag stehenbleiben.

Auf diesen Strecken muss während des ersten Ferienwochenendes mit Behinderungen gerechnet werden:

Auf der Internetseite www.Verkehr.NRW gibt es aktuelle Informationen über Baumaßnahmen und die Verkehrslage. Straßen.NRW weist erneut darauf hin, dass bei Schrittgeschwindigkeit oder Stau auf den Autobahnen sowie auf Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen eine Rettungsgasse gebildet werden muss.

Die aktuelle Verkehrslage sehen Sie auf unserer Staukarte:

Flughäfen erwarten Ansturm

Auch die Flughäfen in Nordrhein-Westfalen rüsten sich für den alljährlichen Ansturm während der Sommerferien. 3,9 Millionen Fluggäste erwartet allein der Düsseldorfer Flughafen von Ende dieser Woche bis Ende August, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Der verkehrsreichste Tag soll dabei mit rund 90.000 Passagieren der kommende Sonntag (15.7.) werden. Zum Vergleich: An einem normalen Sommertag starten und landen demnach am Düsseldorfer Flughafen knapp 70.000 Fluggäste.

Der Flughafen Köln/Bonn erwartet in den Sommerferien nach Angaben einer Sprecherin mehr als 2,1 Millionen Passagiere. Das bedeute ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zur Vorjahressaison.

Karibik, Dubai und Abu Dhabi gefragt

Die Reisenden zieht es den Flughäfen zufolge vor allem in den Süden. Von Köln/Bonn aus flögen die meisten Urlauber nach Palma de Mallorca sowie in die türkischen Städte Antalya und Istanbul und auf die Kanaren, hieß es. Auch von Düsseldorf aus gehe es in diese Richtung. „Bei den Fernzielen sind die karibischen Inseln, Dubai und Abu Dhabi wieder extrem gefragt”, teilte ein Sprecher mit.

Nach Problemen im Vorjahr steht die Situation bei den Sicherheitskontrollen unter besonderer Beobachtung. In Düsseldorf war es 2017 wegen überlanger Wartezeiten teils sogar zu Handgreiflichkeiten zwischen Passagieren gekommen. Die bis Ende 2020 beauftragte private Sicherheitsfirma Kötter hatte damals massive Probleme, genug ausgebildetes Personal an die Kontrollen zu stellen.

Mit 180 zusätzlichen Kräften im Vergleich zum Vorjahr will Kötter in diesem Jahr für schnellere Abläufe sorgen. In der Spitze sollen 320 Kontrollkräfte pro Schicht an Deutschlands drittgrößtem Flughafen im Einsatz sein. Auch in Köln/Bonn soll die Personaldecke aufgestockt werden. Die Flughäfen hoffen, dass das ausreicht. „Seit Monaten weisen wir aber auf die Gesamtproblematik hin”, heißt es beim Flughafen Düsseldorf. „Gemeinsam mit anderen deutschen Airports sind wir der festen Überzeugung, dass die Flughafenbetreiber die Sicherheitskontrollen besser und kundenorientierter organisieren können.”

(red/dpa)
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