Nur drei G8-Schulen: Fast alle Gymnasien in NRW kehren zu G9 zurück

Nur drei G8-Schulen : Fast alle Gymnasien in NRW kehren zu G9 zurück

Beinahe alle der 625 Gymnasien in Nordrhein-Westfalen kehren zu G9 zurück. Nach derzeitigem Stand haben sich nur drei Schulen für einen Verbleib bei dem Abitur nach acht Jahren entschieden, wie das NRW-Schulministerium mitteilte.

Demnach bleiben das Max-Planck-Gymnasium Bielefeld (öffentlich) und zwei als Ersatzschulen geführte Gymnasien in Bielefeld und Hilden beim vielfach kritisierten „Turboabitur“. Das hat an den jeweiligen Schulen die Schulkonferenz bestehend aus Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern beschlossen.

Ministerin respektiert Entscheidung

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) zeigte sich am Mittwoch wenig überrascht. „Auch ich persönlich habe immer damit gerechnet, dass weit über 90 Prozent der Gymnasien zu G9 zurückkehren werden.“ Insbesondere da die Debatte so intensiv geführt wurde. „Es war gut und richtig, dass die Landesregierung mit dem G9-Gesetz die Leit­entscheidung für die landesweite Umstellung auf einen neunjährigen Bildungsgang an den Gymnasien getroffen hat.“ Sie respektiere die Wahlfreiheit für die Schulen und Entscheidungen der einzelnen Schulkonferenzen.

Die von der Landesregierung angekündigte Wahlfreiheit für Eltern und Schüler gibt es mit diesem Ergebnis de facto jetzt nicht mehr. Im Rheinland beispielsweise bietet keine einzige Schule das Abitur nach acht Jahren an. Die FDP, die ursprünglich einmal das „Turbo­abitur“ befürwortet hatte, will es guten Schülern auch weiterhin ermöglichen, das Abitur nach acht Jahren zu machen. „Dazu sind Konzepte für das Überspringen von Klassen für einzelne Schüler, aber auch für Gruppen notwendig“, sagte die schulpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Franziska Müller-Rech, gestern.

In NRW startet die Umstellung von G8 auf G9 nach den Sommerferien im Schuljahr 2019/20. Die neuen Fünftklässler, aber auch die jetzigen Fünftklässler, die dann in der sechsten Klasse sind, werden das Abitur nach neun Jahren absolvieren. Die Landesregierung hat für die Umstellung bereits neue Lehrpläne erstellen lassen. die schon in der Verbändebeteiligung sind. Ein Chaos, wie es nach der Umstellung von G9 auf G8 herrschte, soll so vermieden werden. Die FDP betonte gestern, dass auch die bei G8 verbleibenden Schulen weiterhin unterstützt werden sollen. „Auch die Lehrpläne für die G8-Gymnasien werden um ökonomische und digitale Bildung bereichert. Ebenso sollten die Verschlankungspotenziale genutzt werden, die in runden Tischen in vergangenen Legislaturperioden erarbeitet wurden“, sagte Müller-Rech.

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