Mechernich: Falsche Blitzanlage und Telefonzelle gesprengt

Mechernich : Falsche Blitzanlage und Telefonzelle gesprengt

Gleich zweimal wurde innerhalb von zwei Stunden in der Nacht zu Dienstag in Mechernich die Ruhe durch Explosionen gestört. Einmal zerstörten die unbekannten Täter eine hölzerne Attrappe eines Blitzgerätes, die ein Anwohner auf seinem Grundstück aufgebaut hatte. Kurz darauf explodierte eine Telefonzelle. Inzwischen steht laut Polizei fest, wie die Täter vorgingen.

Wie die Kreispolizeibehörde Euskirchen am Dienstagvormittag berichtete, ereignete sich der erste Vorfall im Ortsteil Bleibuir gegen 22.20 Uhr. Die Attrappe, die an einem Einfamilienhaus-Grundstück etwa drei Meter von der Straße entfernt stand, war zerstört worden. Die Sprengung hatte die Holzteile bis zu 20 Meter weit und zum Teil auf die Straße fliegen lassen.

Zwei Stunden später knallte es erneut, diesmal im zwölf Kilometer entfernten Obergartzem. Um 0.20 Uhr wurde ein Anwohner der Euskirchener Straße durch eine Explosion aufgeschreckt. Aus dem Schlafzimmerfenster sah er die Bescherung: In der Telefonzelle vor seinem Haus waren nur noch Papierreste von zuvor aufgehängten Werbeplakaten zu sehen. Die obere Glasscheibe der Tür war beschädigt, die Glasscherben waren bis zur Mitte der Euskirchener Straße geflogen.

Ein Sprecher der Euskirchener Polizei nannte die Vorfälle „besorgniserregend“. Konkrete Hinweise auf die Täter gab es allerdings nicht. Am Nachmittag gab die Dienststelle dann die ersten kriminalpolizeilichen Untersuchungsergebnisse bekannt. Danach wurden in der Telefonzelle Reste von Böllern gefunden, genauer: das spezielle rote Papier an der Zündschnur. „An den verstreuten Holzteilen der Blitzgerätattrappe wurden Rußanhaftungen festgestellt, die ebenfalls auf Böller hindeuten“, sagte ein Sprecher.

Die Kriminalpolizei hat in beiden Fällen Ermittlungen aufgenommen und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung auf den oder die Täter.

Was es mit der Blitzgerät-Attrappe auf sich hatte, war ebenfalls zunächst nicht in Erfahrung zu bringen. Da das Eigenbau-Gerät mehrere Meter von der Straße entfernt in einem Innenhof des Gebäudes gestanden hatte, konnte es von Autofahrern kaum mit einer echten Radarfalle verwechselt werden.

(red/pol)
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