Aachen/Gießen/Düsseldorf: Fall „Riconelly“: Prozess um Doppelmord zieht sich bis Jahresende

Aachen/Gießen/Düsseldorf : Fall „Riconelly“: Prozess um Doppelmord zieht sich bis Jahresende

Der Prozess um eine außergewöhnliche Serie von Raubmorden in Düsseldorf und Gießen wird voraussichtlich erst im November zu Ende gehen. Seit Januar verhandelt das Landgericht Gießen gegen eine Angeklagte aus Aachen. Bislang seien etwa 40 Zeugen befragt worden, teilte eine Gerichtssprecherin mit.

Die Angeklagte soll im vergangenen Jahr im Mai in Düsseldorf eine 86 Jahre alte Frau und deren 58 Jahre alte Tochter umgebracht haben. Zuvor soll sie im April einen 79-jährigen Zauberkünstler in Gießen ermordet und beraubt haben, bevor sie in seiner Wohnung Feuer gelegt haben soll.

Bei dem Verfahren handelt es sich um einen schwierigen Indizienprozess. Direkte Tatzeugen gibt es nicht. Die Angeklagte schweigt.

Die Düsseldorfer Ermittler hatten die Taten schon als einen sogenannten erweiterten Suizid und damit als Familiendrama zu den Akten gelegt. Doch bei den Untersuchungen im Gießener Fall stieß die Polizei in der Wohnung der Angeklagten auf EC-Karten, die den Düsseldorfer Opfern gehörten. Nach den Morden soll sie damit Geld abgehoben haben.

Für Aufsehen sorgte während des Prozesses die Aussage eines Gerichtsmediziners, der der Düsseldorfer Polizei schlampige Arbeit vorgeworfen hatte. Ein leitender Ermittler hatte später als Zeuge vor dem Landgericht Fehler eingeräumt.

(dpa)