Fall Amad A.: Justizminister kann sich Manipulation nicht vorstellen

Nach Tod von Häftling Amad A. : Justizminister kann sich Datenmanipulation nicht vorstellen

Wie konnte ein Häftling verwechselt werden und in der Obhut des Staates sterben? Im Fall Amad A. bleibt vieles unklar. Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) äußerte sich am Montag zu den Vermutungen auf Datenmanipulation.

Im Fall des unschuldig inhaftierten und nach einem Gefängnisbrand gestorbenen Syrers Amad A. kann sich Nordrhein-Westfalens Justizminister Peter Biesenbach (CDU) keine Datenmanipulation vorstellen. „Das wäre so ungeheuerlich, dass ich das nach wie vor nicht annehme“, sagte Biesenbach am Montag im Rechtsausschuss.

Das WDR-Magazin „Monitor“ hatte berichtet, dass eine gezielte Manipulation von Datensätzen nicht mehr auszuschließen sei, die zur monatelangen Inhaftierung von Amad A. geführt habe.

Laut einem Bericht der „WAZ“ (Dienstag) war eine nachträgliche Veränderung der Daten in NRW gar nicht möglich. Die Zeitung berief sich auf eine technische Analyse des Landeskriminalamtes (LKA). Vielmehr sei nun klar, dass der Datensatz drei Tage nach der Verhaftung von Amad A. von einem Hamburger Polizisten geändert wurde. Ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Innenministeriums bestätigte auf Anfrage die Existenz eines entsprechenden LKA-Berichts.

Der 26-jährige Amad A. war im vergangenen Jahr nach einem Zellenbrand gestorben. Nach einer offiziellen Darstellung soll der hellhäutige Amad A. im Juli 2018 mit einem dunkelhäutigen Mann aus dem afrikanischen Mali verwechselt worden sein, der von der Hamburger Polizei gesucht wurde. Wochenlang saß der Amad A. in der Justizvollzugsanstalt Kleve. Im September legte er laut einem externen Sachverständigen einen Brand in seiner Zelle. Infolge der schweren Verbrennungen starb er in einer Klinik. Dem Syrer war zur Last gelegt worden, an einem Badesee vier Frauen belästigt zu haben.

(dpa)