Tödlicher Unfall nach Pinkpop-Festival: Fahrer nicht wegen Totschlags angeklagt

Tödlicher Unfall nach Pinkpop-Festival : Fahrer nicht wegen Totschlags angeklagt

Der 35-jährige Mann aus Heerlen, der nach dem Rockfestival Pinkpop Mitte letzten Jahres im niederländischen Landgraaf vier Menschen angefahren hatte, wird wegen Verursachens eines tödlichen Unfalls und Fahrerflucht angeklagt. Dies hat die Staatsanwaltschaft Maastricht jetzt bekanntgegeben.

Sie beschuldigt ihn, unvorsichtig und unaufmerksam gefahren zu sein. Aus den umfangreichen Untersuchungen hat sich aber kein Hinweis ergeben, dass er mit Vorsatz in eine Gruppe von Menschen gefahren ist oder zum Zeitpunkt des Unfalls betrunken war, deshalb wird er nicht wegen Totschlags verfolgt.

Bei dem Unfall gegen 4 Uhr in der Nacht des 18. Juni 2018 war ein 35-Jähriger aus Heerlen ums Leben gekommen. Drei weitere Männer und Frauen im Alter zwischen 23 und 30 Jahren wurden schwer verletzt, einer von ihnen hat bleibende Schäden davongetragen. Die Gruppe saß nach dem Ende des Festivals auf einer an das Pinkpop-Gelände angrenzende Straße, die von der Polizei wieder freigegeben worden war, auf ihr war Tempo 30 vorgeschrieben.

Das tragische Geschehen hatte großes Aufsehen hervorgerufen, anfangs war gar ein Anschlag nicht ausgeschlossen worden. Der Unglücksfahrer hatte schon kurz nach seiner Festnahme erklärt, dass er nach dem Aufprall in einen Schockzustand geraten sei und sich nicht daran erinnern könne, was danach geschah. Er hatte den Tag auf dem Festival verbracht, war vor Mitternacht nach Hause gefahren und hatte sich nach kurzer Zeit wieder auf den Weg zur Arbeit nach Amsterdam gemacht, wo er sich bei der Polizei meldete. Er habe die Gruppe auf der Fahrbahn zu spät gesehen, meldet die Tageszeitung „De Limburger“. Der Auftakt des Prozesses gegen den 35-Jährigen wird nach der Erwartung seines Anwaltes Raimon Maessen wahrscheinlich im Spätsommer stattfinden.

(Heiner Hautermans)