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Promotionsrecht: Fachhochschulen in NRW dürfen Doktortitel vergeben

Promotionsrecht : Fachhochschulen in NRW dürfen Doktortitel vergeben

Das Promotionskolleg NRW, hochschulübergreifende Einrichtung der Fachhochschulen, darf nun eigenständig Promotionen vergeben. Das stellt auch die FH Aachen auf eine neue Stufe.

Als Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) kann die FH Aachen über das Promotionskolleg NRW künftig eigenständige Promotionsverfahren durchführen und Doktorgrade vergeben. An den Fachhochschulen in NRW waren Promotionen bislang nur in Kooperation mit einer Universität möglich. Mit der Verleihung des Promotionsrechts an das Promotionskolleg machte NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes (CDU) nun den Weg frei für eigenständige Promotionen. 27 Professorinnen und Professoren der FH Aachen sind im Kolleg vertreten.

„Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind ein wichtiger Eckpfeiler der exzellenten Wissenschaftslandschaft Nordrhein-Westfalens“, sagte Brandes beim Festakt anlässlich der Übergabe, zu dem rund 500 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der NRW-Wissenschaftslandschaft an die Folkwang-Universität der Künste in Essen gekommen waren. Die Verleihung des Promotionsrechts an das Promotionskolleg sei ein Meilenstein für die weitere Entwicklung dieser Hochschulen.

Professorin Gisela Engeln-Müllges, langjährige Prorektorin für Forschung der FH Aachen und Mitglied des Wissenschaftsrats erinnerte als Vorsitzende der Konferenz der HAW-Hochschulratsvorsitzenden NRW beim Festakt an die 50-jährige, rasante Entwicklung der Fachhochschulen von den Ingenieurschulen mit wenig Forschung zu den HAW, die vor allem anwendungsbezogene Forschung betreiben. Die Förderstrukturen im Land müssten nun an dieses neue Promotionsrecht angepasst werden, forderte Engeln-Müllges.

Im Juli hatte der Wissenschaftsrat in seiner Begutachtung dem Land NRW die Verleihung des Promotionsrechts für das Promotionskolleg empfohlen. Die Strukturen dort seien auf einem guten Weg, um Promotionen auf universitärem Niveau zu ermöglichen, hieß es. Die Verleihung erfolgt unbefristet. Nach acht bis zehn Jahren ist eine Begutachtung vorgesehen.

(red)