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Prozess in Köln: Ex-Lokalpolitiker soll auf Mann geschossen haben

Prozess in Köln : Ex-Lokalpolitiker soll auf Mann geschossen haben

Ein ehemaliger Kölner Lokalpolitiker der CDU steht seit Freitag vor dem Kölner Landgericht. Es geht um den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung, der Beleidigung und des unerlaubten Waffenbesitzes.

Der 74-jährige Ex-Lokalpolitiker soll Ende Dezember 2019 auf einen damals 20-Jährigen geschossen und ihn am Oberarm verletzt haben. Zuvor soll der Angeklagte den jungen Mann und seine drei Begleiter rassistisch beleidigt haben.

Laut Anklage hatten die jungen Leute in der Tatnacht zunächst vor dem Grundstück des 74-Jährigen am Porzer Rheinufer Alkohol getrunken, Musik gehört und sich lautstark unterhalten. Davon habe sich der Angeklagte gestört gefühlt und habe die Männer durch Vorzeigen seiner Waffe, für die er keinen Waffenschein besaß, vertreiben wollen. Dabei soll er die Männer unter anderem als „Dreckspack“ beleidigt haben. Dann soll der Angeklagte geschossen und den 20-Jährigen getroffen haben.

Vor Gericht räumte der Angeklagte über seinen Verteidiger ein, einen Schuss abgegeben zu haben. Allerdings habe sich dieser in einem Handgemenge gelöst. Der 74-Jährige bestritt, den Geschädigten rassistisch beleidigt zu haben: „Ich vertrete keine ausländerfeindlichen Standpunkte und mein Wortschatz beinhaltet keinerlei rassistische Vokabeln“, hieß es in seiner Erklärung.

Der Fall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Wenig später hatte sich der Beschuldigte von seinen politischen Ämtern zurückgezogen. Für den Prozess sind vier weitere Verhandlungstage bis zum 10. Dezember angesetzt.

(dpa)