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Aachen/Heerlen: Euregiobahn entgeht knapp Frontal-Kollision

Aachen/Heerlen : Euregiobahn entgeht knapp Frontal-Kollision

Ganze 90 Meter trennten am Sonntagabend einen Zug der Euregiobahn und einen niederländischen Personenzug von einem Frontalzusammenstoß.

Die mögliche Katastrophe auf der eingleisigen Strecke bei Landgraaf konnte in letzter Sekunde durch ein Eingreifen der Leitzentrale verhindert werden, nachdem auch eine automatische Bremse versagt hatte.

Vermutlich, so die niederländische Bahnpolizei, hat der Führer des niederländischen Zugs gegen 20 Uhr bei der Ausfahrt aus dem Bahnhof Landgraaf das Rot-Signal übersehen. Verhängnisvoll wäre dann fast geworden, dass auch das automatische Bremssystem versagt hat.

Fest steht, dass erst ein Anruf der Bahn-Leitzentrale in Maastricht bei beiden Lokführern zum Stoppen der Zuge führte. Erste Angaben, wonach die Züge nur 20 Meter voneinander entfernt gewesen seien, korrigierte die Polizei am Montag auf „mindestens 90 Meter”.

Die Euregiobahn war auf der überwiegend eingleisigen Strecke, auf der maximal 80 km/h gefahren werden, von Heerlen nach Herzogenrath/Aachen unterwegs. Der entgegenkommende Zug des privaten Betreibers Veolia wollte nach Kerkrade. Im Bahnhof Landgraaf haben die Züge üblicherweise jeweils zu warten bis der Gegenzug angekommen und die Strecke per Signal freigegeben ist.

Warum auch das automatische Bremssystem nicht funktioniert habe, werfe „Fragen auf”, sagte der Direktor von Veolia, Frank van Zetten, gegenüber der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Dem Bericht einer niederländischen Zeitung zufolge, soll es nicht das erste Mal sein, dass ein Zugführer der Veolia ein Rotsignal überfahren habe.

Für den Nahverkehrsverbund Rheinland (NVR), zu dem auch der Aachener Verkehrverbund AVV gehört, sagte dessen Sprecher Hans-Joachim Sistenich: „Die deutsche Fahrzeugführung hat sich absolut vorschriftsmäßig verhalten.

Der Vorfall zeigt allerdings, dass die Strecke dringend zweigleisig ausgebaut werden muss.” Zugführer, die ein Signal überfahren, würden für längere Zeit aus dem Verkehr gezogen. Das gelte in Deutschland wie in den Niederlanden, so Sistenich.

Während die wenigen Fahrgäste der Veolia mit Bussen transportiert wurden, konnte die Euregiobahn nach kurzem Stopp ihre Fahrt fortsetzen. Angaben über die Anzahl der Passagiere gibt es nicht. Der Vorfall wird nun von der niederländischen Landespolizei (KLPD) untersucht.