Nach Einbruch am Tag zuvor : Es brennt schon wieder im Schleidener Gymnasium

Nach Einbruch am Tag zuvor : Es brennt schon wieder im Schleidener Gymnasium

Rund drei Wochen nach dem verheerenden Feuer im Johannes-Sturmius-Gymnasium in Schleiden im November hat es in der Nacht zum Dienstag wieder gebrannt. Erst am Vortag hatte es in dem Gebäude einen Einbruch gegeben.

Wie die Euskirchener Polizei am Mittag mitteilte, hatte um 2.22 Uhr am Dienstag der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes, der im Gebäude Streife ging, das erneute Feuer bemerkt und Alarm geschlagen. Vom Feuer betroffen war wieder der Teil des Gebäudes, in dem es auch am 16. November gebrannt hatte, diesmal allerdings im unbeschädigten Teil.

Als der erste Streifenwagens vor Ort eintraf, war die Blumenthaler Straße bereits komplett in Rauch gehüllt. Die ebenfalls angerückte Schleidener Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle.

Nach ersten Erkenntnissen brannte die Bibliothek nahezu komplett aus. Der Schaden des zweiten Brandes innerhalb von 18 Tagen wird auf 100.000 Euro geschätzt. Personen kamen nicht zu Schaden.

Was das erneute Feuer ausgelöst hat, war am Dienstag noch unklar. Aufgrund der Vorgeschichte, sprich: des Brandes im November, könne eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden, berichtete die Polizei weiter. Die Brandermittler der Kriminalpolizei Euskirchen haben erneut Ermittlungen aufgenommen. Auch zur Ursache des ersten Feuers, bei dem Schaden in Millionenhöhe entstand, liegen noch keine gesicherten Informationen vor.

Die vierjährige belgische Brandmittelspürhündin „Rübe“ hatte bereits vor Ausbruch des erneuten Feuers im Städtischen Gymnasium in Schleiden in der Nacht zum Dienstag die Ermittlungen zur Brandursache unterstützt. Foto: Polizei Euskirchen

Auffällig ist in diesem Zusammenhang ein Zwischenfall einen Tag zuvor: In der Nacht zu Montag hatten sich Unbekannte Zutritt zur Schule verschafft – wie, ist noch nicht sicher. Der oder die Täter stahlen Arbeitsgeräte einer Firma, die derzeit den Schaden vom November-Brand saniert. Der finanzielle Schaden liegt nach Polizeiangaben im unteren fünfstelligen Euro-Bereich.

Der Unterricht am Gymnasium ging am Dienstag trotz des erneuten Brandes weitgehend normal über die Bühne. „Der Unterricht am 4. Dezember findet nach regulärem Plan für alle Schülerinnen und Schüler im JSG-1 und im JSG-2 statt“, teilte die Schule um 5.30 Uhr in der Frühe auf ihrer Facebook- und Internetseite mit. Einzelne Räume im C-Trakt würden derzeit gelüftet, Messungen der Raumluft hätten aber ergeben, dass eine gesundheitliche Gefährdung nicht bestehe. „Die zuständigen Kräfte der Stadtverwaltung und der Feuerwehr bestätigen, dass die Räume für Unterricht genutzt werden können“, schrieb die Schule.

Das Feuer hatte einen Millionenschaden verursacht. Foto: Gudrun Klinkhammer

Der Schleidener Stadtrat hatte erst in der vergangenen Woche kurzfristig 3,9 Millionen Euro für den Wiederaufbau der Schule im betroffenen Gebäudeteil bereitgestellt. Im Trakt A des Gymnasiums waren vor dem verheerenden Großbrand die Aula, die Schulklassen der Jahrgänge 5, 6 und 7, die Schulverwaltung und die Stadtbibliothek untergebracht.

(dpa/red/pol)
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