Erstes Urteil im Missbrauchsfall Lügde erwartet

Prozess im Missbrauchsfall von Lügde : Mitangeklagter legt Geständnis ab

Vor dem Landgericht Detmold hat am Mittwoch der zweite Prozess um den hundertfachen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde begonnen. Angeklagt ist ein 49-jähriger Mann aus Stade in Niedersachsen.

Er soll in den Jahren 2010 bis 2011 an mindestens vier Webcam-Übertragungen beim Missbrauch von Kindern teilgenommen haben. In zwei Fällen soll er den Mitangeklagten Andreas V. zum Missbrauch aufgefordert haben.

Heiko V. hatte am ersten Verhandlungstag des Hauptprozesses ein Geständnis abgelegt. Sein Verfahren wurde abgetrennt. Das Landgericht Detmold wollte nach Möglichkeit noch am Abend ein Urteil verkünden.

Im Hauptprozess, der am 1. August fortgesetzt wird, sind ein 56-jähriger Dauercamper aus Lügde und ein 34-Jähriger aus Steinheim nahe der niedersächsischen Landesgrenze angeklagt. Die beiden Männer sollen über viele Jahre hinweg Jungen und Mädchen teilweise schwer sexuell missbraucht haben. Einige der Gewalttaten filmten sie laut Staatsanwaltschaft. Die jüngsten Opfer sollen im Kindergartenalter gewesen sein.

In dem Gerichtssaal ist neben einigen Medienvertretern nur Platz für rund 30 Zuhörer. Offen war zunächst, ob der Prozess bereits nach wenigen Minuten unterbrochen wird, um die Öffentlichkeit zum Schutz der Opfer auszuschließen.

(dpa)
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