Region: Erste NRW-Kitas mit längeren Öffnungszeiten

Region: Erste NRW-Kitas mit längeren Öffnungszeiten

In Nordrhein-Westfalen können zahlreiche Kindertagesstätten mit Bundesmitteln länger öffnen. Das Familienministerium hat 14 Bescheide an NRW-Einrichtungen verschickt, die sich für das Projekt KitaPlus beworben haben.

Darunter sind zwölf Kindertagesstätten und zwei Einrichtungen der Kindertagespflege. Sie erhalten innerhalb des dreijährigen Förderzeitraums bis zu 600.000 Euro. Beworben hatten sich bundesweit Hunderte Kitas. Rund 40 haben bislang eine Zusage erhalten. Die Zahl der geförderten Einrichtungen werde sich noch erhöhen, sagte eine Ministeriumssprecherin am Donnerstag. Insgesamt stehen bis zu 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Zwei ausgewählte Kitas in Essen und Bochum leitet das Ruhrbistum. In der Kita St. Engelbert in Essen sind die Betreuungszeiten von ehemals 7.30 bis 16.30 Uhr auf 6.00 bis 20.30 Uhr ausgeweitet worden. Projektziel sei bei Bedarf eine 24-Stunden-Öffnung, sagte Sarah Mayer vom Kita-Zweckverband des Bistums.

Im zweiten Projektjahr sei sogar eine Wochenendbetreuung angestrebt. Derzeit nutzen sechs Kinder die längeren Zeiten. Sie bleiben allerdings nicht länger, sondern nur zu anderen Zeiten. Das Bistum hat für das Modell den eigenen Projektnamen „St. Maximus” gewählt. Die zweite Bistums-Kita, die eine Förderung erhält, liegt in Bochum (Kita Liebfrauen).

Die landesweit 14 Einrichtungen verteilen sich auf Essen, Bochum, Menden, Olpe, Kreuztal, Velbert, Krefeld, Mönchengladbach und Köln.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hatte bei der Projekt-Ankündigung Anfang des Jahres gesagt, dass 9 Prozent der Erwerbstätigen auch nachts arbeiteten und 26 Prozent an Wochenenden. Darauf hätten sich die Kitas noch nicht eingestellt.

40 Prozent der alleinerziehenden Frauen seien auf staatliche Leistungen angewiesen - häufig, weil sie nur Teilzeit arbeiten könnten. Eine Ausweitung des Betreuungsangebots für Kinder könne es diesen Frauen leichter machen, eine Vollzeitstelle anzunehmen.

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung