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Wuppertal: Erneuter Prozess für freigesprochene Arbeiter

Wuppertal : Erneuter Prozess für freigesprochene Arbeiter

Gut vier Jahre nach dem Absturz der Wuppertaler Schwebebahn müssen sich seit Montag vier Arbeiter erneut vor Gericht verantworten. Bei dem Unglück waren fünf Menschen getötet und 37 verletzt worden.

Beim Prozessauftakt verlas das Gericht die 160 Seiten starke Urteilsschrift vom Herbst 2000. Wie schon im ersten Verfahren zeigten sich zwei der Angeklagten aussagebereit, die anderen beiden wollten weiter von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen.

Die Arbeiter waren in erster Instanz vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof hatte die Urteile aber aufgehoben und den Fall an das Wuppertaler Landgericht zurück verwiesen.

Die Arbeiter hatten vergessen, eine 100 Kilogramm schwere Stahlkralle abzubauen. Ein Frühzug war am 12. April 1999 gegen die Kralle geprallt und in die Wupper gestürzt.

Für die Neuauflage sind bis Donnerstag drei Verhandlungstage angesetzt. Die Geld- und Bewährungsstrafen gegen den Bauleiter und zwei Stadtwerke-Mitarbeiter, die damals für die Bauüberwachung zuständig waren, sind inzwischen rechtskräftig.

Als Hauptschuldige erhielten die Stadtwerke-Mitarbeiter 20 beziehungsweise acht Monate Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Sie hatten die Aufsicht an der Baustelle und gaben die Fahrstrecke frei.

Der Betriebsleiter der Schwebebahn war ebenfalls frei gesprochen worden. Er hatte das Sicherheitskonzept abgesegnet, von dem das Gericht befand, es sei „das Papier nicht wert gewesen, auf dem es gestanden habe”. Sein Freispruch ist rechtskräftig.