Düsseldorf/Leipzig: Erneut Warnstreiks: Nahverkehr in mehreren Großstädten lahmgelegt

Düsseldorf/Leipzig : Erneut Warnstreiks: Nahverkehr in mehreren Großstädten lahmgelegt

Im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst haben Warnstreiks bei kommunalen Verkehrsbetrieben erneut den Nahverkehr in vielen deutschen Städten lahmgelegt. So fuhren in Köln und Düsseldorf am Mittwoch keine U-Bahnen und Straßenbahnen. Nur vereinzelt waren Busse unterwegs.

Viele Arbeitnehmer wichen auf Autos oder Taxen aus. Auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen staute sich deshalb der Verkehr. Nach einer Übersicht des WDR summierte sich die Länge der verzeichneten Staus am Morgen auf mehr als 200 Kilometer. Bereits am Dienstag lag der Nahverkehr in vielen Städten des Ruhrgebiets lahm.

Mancherorts blieben die Kitas geschlossen. In Leipzig mussten sich Eltern darum kümmern, wer die Betreuung ihrer Kinder übernimmt. Nach Angaben der Stadt sollten sieben Kindertagesstätten und 22 Kinderhorte geschlossen bleiben. Mehr als 40 Einrichtungen seien nur eingeschränkt geöffnet. Erschwernd komme hinzu, dass der Warnstreik inmitten der Grippewelle beginne - viele Erzieherinnen und Erzieher fehlten deshalb momentan ohnehin. Auch in Köln blieben viele Kitas geschlossen, nach Angaben der Stadt war nur etwa jede zehnte der über 200 städtischen Einrichtungen regulär geöffnet.

Von Warnstreiks betroffen war auch Baden-Württemberg. In Esslingen bei Stuttgart ruhte nach Gewerkschaftsangaben am Morgen der Nahverkehr ebenso wie in Heidenheim und Sachsenheim. In Stuttgart wurden etliche Kitas bestreikt.

In Hamburg zählte Verdi rund 2000 Beschäftigte, die sich an dem Ausstand beteiligten. Betroffen waren unter anderem Kitas, die Stadtreinigung und der Zoll. Verdi stufte die Beteiligung an der eintägigen Arbeitsniederlegung in Hamburg als „sehr erfolgreich” ein.

Die Gewerkschaften fordern für die 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Zudem sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat erhöht werden. Die Arbeitgeber lehnen den geforderten Mindestbetrag ab. Eine abschließende Verhandlungsrunde soll am 15. und 16. April stattfinden.

(dpa)
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